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Die Gründung war inoffiziell und den Behörden nicht mitgeteilt worden,
denn noch immer wirkten die Sozialistengesetze von 1878 »wider die
gemeingefährlichen Bestrebungen der Sozialdemokratie«, die bis 1890 immer
wieder verlängert wurden, vor allem in die Polizeibehörden hinein.
Sozialdemokratische und sozialistische Vereine waren verboten, ebenso
Veranstaltungen, Umzüge, Feste und Versammlungen, Zeitungen mussten ihr
Erscheinen einstellen. Personen, die die „Ordnung gefährdeten",
wurden ausgewiesen oder ins Gefängnis geworfen. Mit den Sozialistengesetzen
sollten sowohl die Parteiorganisation als auch die Gewerkschaften
zerschlagen werden.
Noch im Februar 1903 hatte die sozialdemokratische Hamburger Tageszeitung
Hamburger Echo aus Wandsbek im Kreise Stormarn gemeldet:
„In Ahrensburg rührt es sich unter den Arbeitern. Der Maurer- und
Zimmererorganisation sind in letzter Zeit viele Mitglieder beigetreten,
ebenso dem Verband der Bauarbeiter. Insgesamt sind 90 Bauhandwerker und
-Arbeiter organisiert. Eine politische Organisation besteht zur Zeit in
Ahrensburg nicht."
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Kurze Zeit danach war jedoch bereits die Gründung eines Ortsvereins der
sozialdemokratischen Partei vollzogen.
Zu diesem Zeitpunkt waren Ahrensburger Sozialdemokraten bereits seit 28
Jahren aktiv für die Arbeiterinteressen und die Ziele einer sozialen
Demokratie eingetreten. 1875 vertrat der Delegierte Drogand aus Altona
bereits 25 Ahrensburger Stimmen auf dem Vereinigungsparteitag in Gotha.
Trotz aller Verbote, Verhaftungen und Ausweisungen waren die SPD und die
Gewerkschaften mit dem Gesetz nicht mehr zu zerstören. Die Solidarität der
Arbeiter führte zu einem Anwachsen der Partei bis 1890 auf fast 1,5
Millionen Wähler. 1912 wurde die SPD mit 110 Abgeordneten zur stärksten
Fraktion im Reichstag.
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