100 Jahre SPD Ahrensburg

Ausstellung und Festakt am 8. Februar 2003
   Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freundinnen und Freunde, liebe Genossinnen, liebe Genossen,

ich freue mich, dass Sie in so großer Zahl unserer Einladung gefolgt sind, mit uns gemeinsam das 100-jährige Jubiläum des SPD-Ortsvereins Ahrensburg zu feiern.

Lassen Sie mich eine Vorbemerkung machen:

Wir in Ahrensburg sind ja bekanntermaßen Norddeutsche, und wir hören heute morgen aus München, in Norddeutschland seien die Menschen bekannt für ihre klare, direkte Art zu reden.

Ja, auch wir Ahrensburger Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten sind gewohnt, unsere Meinung klar und direkt, laut und deutlich zu sagen, und wir werden das auch weiterhin immer dann tun, wenn wir es für nötig halten.

Manche sagen von der gesamten SPD Schleswig-Holstein, wir seien dickschädelig, links und frei.

Wir sind so frei, Herrn Rumsfeld zuzurufen:

Wir lassen uns nicht - auch nicht mit polemischen Kommentaren oder mit Rambo-Mentalität - in einen Krieg hinein drängen.

Anrede

Während wir hier und heute feiern, wird ein Krieg vorbereitet, werden Tausende von Soldaten, Kriegsgerät, Flugzeugträger, Panzer und Bomben zum persischen Golf geschafft.

Keiner von uns weiß, welche Folgen ein Krieg im Nahen Osten für uns haben wird, wir wissen aber, dass es unzählige Tote geben wird, in der Mehrzahl Unschuldige: Kinder, Mütter, Väter. Es werden Menschen sterben wie Du und Ich, Menschen, die sich nichts anderes haben zu Schulden kommen lassen, als dass sie Irakerinnen und Iraker sind oder einfache amerikanische, britische oder andere Soldaten, die eigentlich genau so in Frieden leben wollen wie wir.

In der übergroßen Mehrzahl werden es die einfachen Leute sein, die im nächsten Krieg draufgehen, wie es immer die kleinen Leute sind, die für die Auseinandersetzungen der Großen sterben müssen.

Allein diese Tatsache muss uns Ansporn genug sein, alles zu tun, um diesen Krieg zu verhindern, und ich möchte in dieser Frage unserer Bundesregierung für ihre feste Haltung ausdrücklich danken.

Das alte Europa mit seiner über zweitausend jährigen Kultur hat aus seiner Geschichte gelernt, die auch eine Geschichte von Kriegen war, von Zerstörung und Leid. Wir hatten uns nach dem 2. Weltkrieg, der weit über 50 Millionen Menschen das Leben gekostet hat, geschworen:

Nie wieder Krieg!

Und wir dürfen diesen Schwur nicht schon wieder vergessen!

Deshalb rufe ich Sie und Euch auf, wo es nur geht, die Stimme gegen den Krieg zu erheben.

Gelegenheit dazu besteht beispielsweise am 15. Februar, dem europaweiten Aktionstag gegen den Krieg. (http://www.15februar.de/)

Wir in Stormarn sollten uns am 21. Februar an der Demonstration des DGB in Bad Oldesloe beteiligen.

Anrede

Die Ahrensburger SPD ist mit fast 300 Mitgliedern der größte Ortsverein im Kreisverband Stormarn.

Wir sind ein lebendiger Ortsverein, wir sind ein erfolgreicher Ortsverein. Wir streiten uns in der Sache, verstehen uns untereinander aber gut und respektieren die gegenseitigen Ansichten. Es gibt bei uns keine Grüppchen oder Cliquen, die gegeneinander arbeiten.

Wir versuchen, die Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt frühzeitig in unsere Beschlussfassung einzubeziehen. Die rege Beteiligung an unserer Veranstaltungsreihe "Forum Ahrensburg 2003" zeigt, dass wir damit auf dem richtigen Weg sind.

In den letzten Wahlen haben wir unsere Ergebnisse stets verbessern können, und wir werden auch gegen den Bundestrend alles tun, um bei der Kommunalwahl am 2. März deutlich zu machen, dass es dabei um Ahrensburg geht, und dass unsere Arbeit und unser Programm für die Stadt, für die Bürgerinnen und Bürger sich sehen lassen können.

Wir stellen die stärkste Fraktion in der Stadtverordnetenversammlung, und ich möchte heute als erstes unsere Stadtverordneten begrüßen, an der Spitze unseren Bürgervorsteher Hans Pahl und unsere Fraktionsvorsitzende Ursula Ebert, der ich ganz besonders für ihren unermüdlichen Einsatz danke.

Ich begrüße unsere Bürgermeisterin Ursula Pepper, die erste direkt gewählte Ahrensburger Bürgermeisterin

Ich freue mich auch über die Anwesenheit der Vertreterinnen und Vertreter vieler Ahrensburger Vereine und Inititiativen, der Kirchen und der Gewerkschaften.

Ich begrüße Vertreterinnen und Vertreter der benachbarten Ortsvereine, unter anderem Uwe Westphal, den Vorsitzenden der SPD-Großhansdorf, der zugleich einer unserer Ahrensburger Kreistagskandidaten ist.

Die Ahrensburger SPD hat mit den Medien, mit der Presse in ihrer 100-jährigen Geschichte häufig im Clinch gelegen. Dies ging soweit, dass unsere Veranstaltungen nicht mehr angekündigt wurden, dass es keine Berichte über unsere Veranstaltungen mehr gab. Während über die politische Konkurrenz in aller Breite und mit Bild berichtet wurde, wurden aus Bildern, die dann doch einmal abgedruckt wurden, wichtige Personen einfach heraus geschnitten.

Aber wir wussten fast immer, dass nicht die Journalistinnen und Journalisten vor Ort dieses zu verantworten hatten und haben mit diesen stets eine gute und freundschaftliche Zusammenarbeit gesucht.

In diesem Sinne begrüße ich ausdrücklich die Vertreterinnen und Vertreter der Medien.

Anrede

Was wäre der Ahrensburger SPD-Ortsverein ohne den SPD-Kreisverband Stormarn, was wäre dieser ohne die Ahrensburger SPD?

Wir haben uns oft aneinander gerieben, fast immer produktiv und haben viele gemeinsame Initiativen über den Landesparteitag bis zum Bundesparteitag gebracht. Wir arbeiten gut zusammen, und deshalb freue ich mich, dass auch die Kreisebene heute so gut vertreten ist. Ich begrüße unsere Kreistagsabgeordneten, unter ihnen unseren Kreisvorsitzenden Ulrich March und zahlreiche Kandidatinnen und Kandidaten für die kommende Kommunalwahl sowie unseren Stormarner Landrat Klaus Plöger.

Ich möchte unseren Bundestagsabgeordneten Thomas Sauer begrüßen sowie doppelt herzlich seinen Vorgänger Eckart Kuhlwein, doppelt, weil dieser gleichzeitig einer der früheren Ortsvereinsvorsitzenden der Ahrensburger SPD ist.

In dieser Funktion waren auch Angelika Knies, die als erste Frau Vorsitzende unseres Ortsvereins wurde und die ich ebenso herzlich begrüße wie meine Vorgängerinnen Gudrun Probst-Eschke und Dr. Felix Welti.

Auch zahlreiche ehemalige Stadtverordnete haben den Weg zu uns gefunden, darunter unsere langjährige Bürgervorsteherin Helma Schuhmacher, der ich auch ganz besonders für die Vorbereitung unseres heutigen Festes danke, Udo Weber, unseren "Historiker", der unser Fest inhaltlich vorbereitet hat sowie den ehemaligen Fraktionsvorsitzenden Prof. Dieter Neumann. Christian Kröning, ebenfalls ehemaliger Fraktionsvorsitzender in Ahrensburg, der heute Landesgeschäftsführer der SPD Schleswig-Holstein ist, ist leider erkrankt.

Anrede

Ahrensburgs Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten haben es stets als ihre Pflicht angesehen, sich über die kommunalen Belange hinaus auch an Diskussionen und Beschlussfassungen über landes- und bundespolitische Fragen zu beteiligen. Weil wir ein großer Ortsverein sind und unter unseren Mitgliedern eine große Bandbreite politischer Interessen und Talente zu finden sind, waren wir meist gut auf solche Diskussionen vorbereitet.

In vielen Fällen konnten wir Arbeitskreise einrichten, die genau wie unsere Kommunalpolitischen Arbeitskreise immer auch offen für interessierte Bürgerinnen und Bürger sind und in denen in der Vergangenheit Themen wie der NATO-Doppelbeschluss, der Ausstieg aus der Atomenergie, die Schul- und Bildungspolitik, die Arbeitsmarktpolitik, das Grundsatzprogramm der SPD und vieles mehr intensiv diskutiert und bis zur "Antragsreife" gebracht wurde.

So konnten wir für unsere häufig auch kritischen Positionen bis in die jüngste Vergangenheit Mehrheiten auf Kreis- und Landesparteitagen, bei einigen Themen sogar auf Bundesparteitagen finden.

Die SPD Ahrensburg nimmt ihre Verantwortung, aber auch ihre Möglichkeiten innerhalb der Strukturen der Bundes-SPD sehr ernst, wir suchen aber auch auf horizontale Ebene Kontakt mit Ortsvereinen und Kreisverbänden in der ganzen Bundesrepublik, von denen wir wissen, dass sie unsere - innerhalb der Gesamt-SPD eher linke - Position teilen und unterstützen.

Diese Möglichkeiten müssen und werden wir auch nutzen, um unserer Position gegen neo-liberale Strömungen in der Bundes-SPD und für eine solidarische und mehr an Gerechtigkeit orientierte Politik innerhalb der deutschen Sozialdemokratie wieder mehr Gehör zu verschaffen.

Mit dieser freundlichen "Drohung" (in Anführungszeichen!) begrüße ich zum guten Schluß zwei SPD-Landesvorsitzende:

Ich begrüße unseren ehemaligen Kreisvorsitzenden Franz Thönnes, der heute Bundestagsabgeordneter aus dem Nachbarwahlkreis und Landesvorsitzender der SPD Schleswig-Holstein ist, und ich begrüße ganz besonders als unseren Ehrengast den Altonaer Bundestagsabgeordneten und Hamburger SPD-Vorsitzenden Olaf Scholz, der in seiner weiteren Funktion auch Geschäftsführer der Bundes-SPD ist und heute die Festrede halten wird.

Anrede

Es ist so wie immer bei Begrüßungen - der schreckliche Gedanke, jemanden vergessen zu haben, der oder die ganz wichtig ist für uns.

Bitte fühlen Sie sich alle ganz, ganz herzlich begrüßt.

Nach dieser Einstimmung geht es jetzt gleich tief in die Geschichte unseres Ortsverein, 100 Jahre und noch 28 Jahre mehr.

Ich freue mich gemeinsam mit Ihnen auf einen interessanten Abend.

Herzlichen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.

Fotos

 

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