Sehr
geehrte Damen und Herren, liebe Freundinnen und Freunde, liebe
Genossinnen, liebe Genossen,
ich freue mich, dass Sie in so großer Zahl unserer Einladung
gefolgt sind, mit uns gemeinsam das 100-jährige Jubiläum des
SPD-Ortsvereins Ahrensburg zu feiern.
Lassen Sie mich eine Vorbemerkung machen:
Wir in Ahrensburg sind ja bekanntermaßen Norddeutsche, und wir
hören heute morgen aus München, in Norddeutschland seien die
Menschen bekannt für ihre klare, direkte Art zu reden.
Ja, auch wir Ahrensburger Sozialdemokratinnen und
Sozialdemokraten sind gewohnt, unsere Meinung klar und direkt,
laut und deutlich zu sagen, und wir werden das auch weiterhin
immer dann tun, wenn wir es für nötig halten.
Manche sagen von der gesamten SPD Schleswig-Holstein, wir seien
dickschädelig, links und frei.
Wir sind so frei, Herrn Rumsfeld zuzurufen:
Wir lassen uns nicht - auch nicht mit polemischen Kommentaren
oder mit Rambo-Mentalität - in einen Krieg hinein drängen.
Anrede
Während wir hier und heute feiern, wird ein Krieg vorbereitet,
werden Tausende von Soldaten, Kriegsgerät, Flugzeugträger,
Panzer und Bomben zum persischen Golf geschafft.
Keiner von uns weiß, welche Folgen ein Krieg im Nahen Osten
für uns haben wird, wir wissen aber, dass es unzählige Tote
geben wird, in der Mehrzahl Unschuldige: Kinder, Mütter, Väter.
Es werden Menschen sterben wie Du und Ich, Menschen, die sich
nichts anderes haben zu Schulden kommen lassen, als dass sie
Irakerinnen und Iraker sind oder einfache amerikanische, britische
oder andere Soldaten, die eigentlich genau so in Frieden leben
wollen wie wir.
In der übergroßen Mehrzahl werden es die einfachen Leute
sein, die im nächsten Krieg draufgehen, wie es immer die kleinen
Leute sind, die für die Auseinandersetzungen der Großen sterben
müssen.
Allein diese Tatsache muss uns Ansporn genug sein, alles zu
tun, um diesen Krieg zu verhindern, und ich möchte in dieser
Frage unserer Bundesregierung für ihre feste Haltung
ausdrücklich danken.
Das alte Europa mit seiner über zweitausend jährigen Kultur
hat aus seiner Geschichte gelernt, die auch eine Geschichte von
Kriegen war, von Zerstörung und Leid. Wir hatten uns nach dem 2.
Weltkrieg, der weit über 50 Millionen Menschen das Leben gekostet
hat, geschworen:
Nie wieder Krieg!
Und wir dürfen diesen Schwur nicht schon wieder vergessen!
Deshalb rufe ich Sie und Euch auf, wo es nur geht, die Stimme
gegen den Krieg zu erheben.
Gelegenheit dazu besteht beispielsweise am 15. Februar, dem
europaweiten Aktionstag gegen den Krieg.
(http://www.15februar.de/)
Wir in Stormarn sollten uns am 21. Februar an der Demonstration
des DGB in Bad Oldesloe beteiligen.
Anrede
Die Ahrensburger SPD ist mit fast 300 Mitgliedern der größte
Ortsverein im Kreisverband Stormarn.
Wir sind ein lebendiger Ortsverein, wir sind ein erfolgreicher
Ortsverein. Wir streiten uns in der Sache, verstehen uns
untereinander aber gut und respektieren die gegenseitigen
Ansichten. Es gibt bei uns keine Grüppchen oder Cliquen, die
gegeneinander arbeiten.
Wir versuchen, die Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt
frühzeitig in unsere Beschlussfassung einzubeziehen. Die rege
Beteiligung an unserer Veranstaltungsreihe "Forum Ahrensburg
2003" zeigt, dass wir damit auf dem richtigen Weg sind.
In den letzten Wahlen haben wir unsere Ergebnisse stets
verbessern können, und wir werden auch gegen den Bundestrend
alles tun, um bei der Kommunalwahl am 2. März deutlich zu machen,
dass es dabei um Ahrensburg geht, und dass unsere Arbeit und unser
Programm für die Stadt, für die Bürgerinnen und Bürger sich
sehen lassen können.
Wir stellen die stärkste Fraktion in der
Stadtverordnetenversammlung, und ich möchte heute als erstes
unsere Stadtverordneten begrüßen, an der Spitze unseren
Bürgervorsteher Hans Pahl und unsere Fraktionsvorsitzende Ursula
Ebert, der ich ganz besonders für ihren unermüdlichen Einsatz
danke.

Ich begrüße unsere Bürgermeisterin Ursula Pepper, die erste
direkt gewählte Ahrensburger Bürgermeisterin
Ich freue mich auch über die Anwesenheit der Vertreterinnen
und Vertreter vieler Ahrensburger Vereine und Inititiativen, der
Kirchen und der Gewerkschaften.
Ich begrüße Vertreterinnen und Vertreter der benachbarten
Ortsvereine, unter anderem Uwe Westphal, den Vorsitzenden der
SPD-Großhansdorf, der zugleich einer unserer Ahrensburger
Kreistagskandidaten ist.
Die Ahrensburger SPD hat mit den Medien, mit der Presse in
ihrer 100-jährigen Geschichte häufig im Clinch gelegen. Dies
ging soweit, dass unsere Veranstaltungen nicht mehr angekündigt
wurden, dass es keine Berichte über unsere Veranstaltungen mehr
gab. Während über die politische Konkurrenz in aller Breite und
mit Bild berichtet wurde, wurden aus Bildern, die dann doch einmal
abgedruckt wurden, wichtige Personen einfach heraus geschnitten.
Aber wir wussten fast immer, dass nicht die Journalistinnen und
Journalisten vor Ort dieses zu verantworten hatten und haben mit
diesen stets eine gute und freundschaftliche Zusammenarbeit
gesucht.
In diesem Sinne begrüße ich ausdrücklich die Vertreterinnen
und Vertreter der Medien.
Anrede
Was wäre der Ahrensburger SPD-Ortsverein ohne den
SPD-Kreisverband Stormarn, was wäre dieser ohne die Ahrensburger
SPD?
Wir haben uns oft aneinander gerieben, fast immer produktiv und
haben viele gemeinsame Initiativen über den Landesparteitag bis
zum Bundesparteitag gebracht. Wir arbeiten gut zusammen, und
deshalb freue ich mich, dass auch die Kreisebene heute so gut
vertreten ist. Ich begrüße unsere Kreistagsabgeordneten, unter
ihnen unseren Kreisvorsitzenden Ulrich March und zahlreiche
Kandidatinnen und Kandidaten für die kommende Kommunalwahl sowie
unseren Stormarner Landrat Klaus Plöger.
Ich möchte unseren Bundestagsabgeordneten Thomas Sauer
begrüßen sowie doppelt herzlich seinen Vorgänger Eckart
Kuhlwein, doppelt, weil dieser gleichzeitig einer der früheren
Ortsvereinsvorsitzenden der Ahrensburger SPD ist.
In dieser Funktion waren auch Angelika Knies, die als erste
Frau Vorsitzende unseres Ortsvereins wurde und die ich ebenso
herzlich begrüße wie meine Vorgängerinnen Gudrun Probst-Eschke
und Dr. Felix Welti.
Auch zahlreiche ehemalige Stadtverordnete haben den Weg zu uns
gefunden, darunter unsere langjährige Bürgervorsteherin Helma
Schuhmacher, der ich auch ganz besonders für die Vorbereitung
unseres heutigen Festes danke, Udo Weber, unseren
"Historiker", der unser Fest inhaltlich vorbereitet hat
sowie den ehemaligen Fraktionsvorsitzenden Prof. Dieter Neumann.
Christian Kröning, ebenfalls ehemaliger Fraktionsvorsitzender in
Ahrensburg, der heute Landesgeschäftsführer der SPD
Schleswig-Holstein ist, ist leider erkrankt.
Anrede
Ahrensburgs Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten haben es
stets als ihre Pflicht angesehen, sich über die kommunalen
Belange hinaus auch an Diskussionen und Beschlussfassungen über
landes- und bundespolitische Fragen zu beteiligen. Weil wir ein
großer Ortsverein sind und unter unseren Mitgliedern eine große
Bandbreite politischer Interessen und Talente zu finden sind,
waren wir meist gut auf solche Diskussionen vorbereitet.
In vielen Fällen konnten wir Arbeitskreise einrichten, die
genau wie unsere Kommunalpolitischen Arbeitskreise immer auch
offen für interessierte Bürgerinnen und Bürger sind und in
denen in der Vergangenheit Themen wie der NATO-Doppelbeschluss,
der Ausstieg aus der Atomenergie, die Schul- und Bildungspolitik,
die Arbeitsmarktpolitik, das Grundsatzprogramm der SPD und vieles
mehr intensiv diskutiert und bis zur "Antragsreife"
gebracht wurde.
So konnten wir für unsere häufig auch kritischen Positionen
bis in die jüngste Vergangenheit Mehrheiten auf Kreis- und
Landesparteitagen, bei einigen Themen sogar auf Bundesparteitagen
finden.
Die SPD Ahrensburg nimmt ihre Verantwortung, aber auch ihre
Möglichkeiten innerhalb der Strukturen der Bundes-SPD sehr ernst,
wir suchen aber auch auf horizontale Ebene Kontakt mit
Ortsvereinen und Kreisverbänden in der ganzen Bundesrepublik, von
denen wir wissen, dass sie unsere - innerhalb der Gesamt-SPD eher
linke - Position teilen und unterstützen.
Diese Möglichkeiten müssen und werden wir auch nutzen, um
unserer Position gegen neo-liberale Strömungen in der Bundes-SPD
und für eine solidarische und mehr an Gerechtigkeit orientierte
Politik innerhalb der deutschen Sozialdemokratie wieder mehr
Gehör zu verschaffen.
Mit dieser freundlichen "Drohung" (in
Anführungszeichen!) begrüße ich zum guten Schluß zwei
SPD-Landesvorsitzende:

Ich begrüße unseren ehemaligen Kreisvorsitzenden Franz
Thönnes, der heute Bundestagsabgeordneter aus dem
Nachbarwahlkreis und Landesvorsitzender der SPD Schleswig-Holstein
ist, und ich begrüße ganz besonders als unseren Ehrengast den
Altonaer Bundestagsabgeordneten und Hamburger SPD-Vorsitzenden
Olaf Scholz, der in seiner weiteren Funktion auch
Geschäftsführer der Bundes-SPD ist und heute die Festrede halten
wird.
Anrede
Es ist so wie immer bei Begrüßungen - der schreckliche
Gedanke, jemanden vergessen zu haben, der oder die ganz wichtig
ist für uns.
Bitte fühlen Sie sich alle ganz, ganz herzlich begrüßt.
Nach dieser Einstimmung geht es jetzt gleich tief in die
Geschichte unseres Ortsverein, 100 Jahre und noch 28 Jahre mehr.
Ich freue mich gemeinsam mit Ihnen auf einen interessanten
Abend.
Herzlichen Dank für Ihre Aufmerksamkeit. |