Ahrensburgs Sozialdemokraten:1911 in eine sozialdemokratische Arbeiterfamilie geboren, Hamburger Gemeinschaftsschule, 1926 Mitglied der SAJ, 1929 der SPD, KZ Fuhlsbüttel, verurteilt wegen Hochverrat, Strafdivision 999, desertiert zu griechischen Partisanen, britische Gefangenschaft, seit 1947 in Ahrensburg aktiv - knappe Worte aus dem Leben unseres Genossen Gustav "Guschi" Andersdotterson. Eine etwas ausführlichere Darstellung: "Skizzen aus meinem Leben bis Anno 1946". Hier einige Gedanken in Versform "Ein Lebensweg im 20. Jahrhundert", die Guschi uns übermittelt hat (und die Ihr komplett ebenfalls anfordern könnt):
Im Kaiserreich geboren
Der Republik verschworen
Im Dritten Reich gelitten
Für die Freiheit hart gestritten
um Wohlstand und Gerechtigkeit
in der schweren Nachkriegszeit
Naturschutz, der ist allzeit richtig
und für das Überleben wichtig
Geachtet und geliebt zu werden
aller Menschen Recht auf Erden.
Im Alter schaut er weit zurück,
gemildert scheinen Leid und Glück.
Die Zukunft sozial gestalten,
das muß die Jugend mit den Alten.
Im Jahre Neunzehnhundertelf
erblickte er das Licht der Welt
Und die Eltern hoch beglückt,
sind vom Säugling ganz entzückt
Auch Hamburg so als "Tor zur Welt"
ihm als Geburtsstadt gut gefällt
Dann wächst heran der kleine Buttje
und träumt von Segelschiff und Smutje (..)
Malen, basteln, musizieren
und auch kritisch diskutieren
Durch Reisen und auch Laienspiel
zu lernen, das war stets sein Ziel (..)
Schon früh erkannte der Vater
bei ihm die künstlerische Ader.
Daß sein Talent sich recht vermehre,
schickt er ihn in die Malerlehre (..)
Auch das Drama "Jedermann"
schaut er sich in Salzburg an.
Er war schon Atheist gewesen,
bevor er Goethes "Faust" gelesen. (..)
Als Pazifist und Sozialist,
er ins KZ gekommen ist.
Vom deutschen Volke ausgeschlossen,
im Krieg die Strafeinheit genossen.
Zu der kleinen Insel Zante
ihn zum Kriegsdienst man verbannte.
Er wollte nicht durch Hitlers Schergen
auch noch den Heldentod sterben.
Entschlossen er nicht teilnahm
als der Befehl zum Rückzug kam.
Er blieb zurück in Griechenland
und sagte allen Freunden Dank.
Dann Englands Kriegsmariner kamen
und ihn dort gefangen nahmen.
Die Griechen heftig protestierten,
was die Tommys ignorierten. (..)
Schon lange ist der Krieg vorbei,
warum denn läßt man ihn nicht frei?
Warum schenkt man ihm kein Vertrauen,
Deutschland wieder aufzubauen? (..)
Im Januar siebendundvierzig dann
kam er gespannt in Hamburg an.
Es ging ihm unbeschreiblich nah
als er die Trümmerfelder sah. (..)
Die Trümmerfrauen dann vor Ort
schafften nicht nur die Trümmer fort.
sie haben Stein um Stein behauen,
um wieder Wohnraum aufzubauen. (..)
Danach wird man Waffen schmieden
für den großen Völkerfrieden".
Christlich ist es auszubeuten
und dazu die Glocken läuten. (..)
Die soziale Marktwirtschaft
ist systematisch abgeschafft.
Man muß das öffentlich bekennen
und sie kapitalistisch nennen.
Ein Makel ist in dieser Zeit
die große Arbeitslosigkeit.
Dadurch sich Arbeitgeber trauen,
die Arbeitsrechte abzubauen.
Bildung sowie Kultur und Kunst
sind finanziell schon längst verhunzt.
Rentner, Kranke, Invaliden
sind nur noch Kürzungen beschieden.
Gesundheit, Leistung, Freude am Spiel,
das hatte einst der Sport zum Ziel.
Heute geht es um Pokal und Ehre,
darum "kämpfen" Millionäre! (..)
Durch Dich kann hier auf Erden
vieles umgestaltet werden.
Doch nur durch Solidarität
steigt die Lebensqualität.
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