Ahrensburgs
SozialdemokratInnen laden ein:Donnerstag, 10. Mai 2001
Sehr geehrte Damen und Herren,
Täglich rauschen die Nachrichten über Tote, Verwundete, Bombenanschläge, Übergriffe über vereinbarte Grenzen, Eingriffe in fremde Rechtsgüter an uns vorbei: Unrecht auf allen Seiten im von uns gern „Naher Osten" genannten „Kriegsgebiet" um Israel und Palästina. Der Papst macht eine Pilgerreise und nebenan brennt die Erde.
Viele interessierte Menschen auch von hier haben den Kreuzungspunkt der großen Religionen Islam, Christentum, Judentum, die ineinander verwobenen Relikte und übereinander gestülpten und ineinander verschachtelten Zeugnisse Tausende Jahre alter Kulturen besucht und bewundert. Und noch vor fünf Jahren haben wir über das Zutrauen zu einer Zukunft in Frieden gestaunt, das uns bei Gesprächen mit vielen Seiten vermittelt wurde. Die schwächste Meinung war: „Zum Frieden verdammt !"
Heute, nach den Ereignissen der letzten Monate, beginnen wir vielleicht schon wieder die Ohren vor den anscheinend ständig gleichen Meldungen zu verschließen. Schon macht sich wie bei anderen Krisenherden schleichend die Meinung breit, denen sei doch nicht zu helfen – „zum Untergang verdammt?"
Ist das alles nicht nahe genug, weil wir gerade keine Urlaubsreise in die Region planen, weil die Ereignisse noch weiter weg liegen als die auf dem „Balkan", oder weil es längst nicht so bedrohlich ist, wie damals die „Pershings und Cruise Missiles"?
Es gibt Projekte, es gibt Menschen, die dennoch weiter am Frieden arbeiten auch in diesem schier aussichtslosen Gelände. Von Dr. Mathias Ries, z. Zt. Jerusalem, wollen wir erfahren, wie es sich anfühlt zu versuchen, im „Center for Encounters and Comunication" in Jerusalem - zur Ehre des Erbes von Willy Brandt, wie es im Zusatz heißt – junge Menschen zum Gespräch an einen Tisch zu bekommen, die eigentlich nur noch auf einander schießen und mit Steinen werfen wollen.
Wir laden sie ein sich mit uns gemeinsam zu informieren und zu diskutieren und hoffen darauf das Gespräch auch zukünftig fortführen zu können..
Wie fern ist uns der „Nahe Osten"? Friedensarbeit zwischen den Fronten
Am Donnerstag den 7. Juni 01 20:00
im Restaurant Strehl, Reeshoop (badlantic) Ahrensburg
Im Auftrag des Vorstands
Gudrun Probst-Eschke, Udo Weber
Was ist das Willy Brandt-Zentrum?
Das Willy Brandt-Zentrum ist ein trilaterales Projekt der deutschen JUSOS mit den Jugendorganisationen der israelischen Arbeitspartei und der palästinensischen Fatah, das 1996 im Zuge des Oslo-Prozesses auf den Weg
gebracht wurde. Das Projekt unterstützt den Aufbau von Kommunikations- und Begegnungsstrukturen, die den Austausch und die gegenseitige Wahrnehmung von deutschen, israelischen und palästinensischen jungen Erwachsenen, vornehmlich aus den beteiligten politischen Jugendorganisationen, befördern und verstetigen. Wir möchten jungen Menschen die Möglichkeit bieten, sich national, regional und international zu treffen und miteinander ins Gespräch zu kommen.
Was will das Willy Brandt-Zentrum erreichen?
Wir sind der Überzeugung, dass wirkliche Verständigung nur auf der Basis von gleichwertiger Partnerschaft und durch gegenseitiges Vertrauen erreicht werden kann. Dies setzt voraus, dass sich Menschen auf gleicher Ebene annähern, persönlich kennenlernen und Feindbilder abbauen. Frauen und Männer in Israel und Palästina teilen die gleiche Heimat, leben aber in verschiedenen Welten. Das Willy Brandt-Zentrum soll Grenzen überwinden helfen, indem es Räume schafft, die für junge Erwachsene aus Israel, Palästina und Deutschland attraktiv und offen sind und in denen sich alle gleichberechtigt bewegen können. In seinem Rahmen werden die Beteiligten eigene Ideen verwirklichen und mit bilateralen und trilateralen Aktivitäten an die Öffentlichkeit treten.
Warum soll das Zentrum den Namen Willy Brandts tragen?
Willy Brandt steht mit seiner Biographie wie mit seiner Politik für Ausgleich und Versöhnung. Sein Wirken brachte ihm im gesamten Nahen Osten Respekt ein.
Warum sich engagieren für Frieden im Nahen Osten?
Die deutschen JUSOS haben seit langem gute Beziehungen sowohl zur Jugendorganisation der israelischen Arbeitspartei als auch zur Jugendorganisation der palästinensischen Fatah, bilateral und durch die gemeinsame Arbeit in internationalen Organisationen (ECOSY und IUSY). Diese Beziehungen sind der Schlüssel für den nachhaltigen Erfolg eines solchen Vorhabens. Angesichts der aktuellen politischen Situation ist es notwendig, die Vision des in Oslo angestoßenen Prozesses nicht aus den Augen zu verlieren.
Kommunikation und Begegnung werden auf deutsch-israelischer und deutsch-palästinensischer Ebene fortgesetzt, solange die Verhältnisse Anderes nicht zulassen. Die JUSOS koordinieren ihre Beteiligung an dem Projekt auf Bundesebene über ihre Regionalgruppe Nahost in der PG Neue Internationale Solidarität.
Warum ein Förderverein?
Die drei beteiligten Jugendorganisationen haben 1996 einen Vertrag unterzeichnet, in dem sie die Ziele und Grundlagen der Arbeit des Zentrums festgeschrieben haben. Diesen Vertrag gilt es mit Leben zu füllen und dem Projekt Akzeptanz und Unterstützung zu verschaffen. Als Mitglied des Forums Ziviler Friedensdienst e.V. unterstützt der Förderverein das Projekt von
Deutschland aus und steht über eine qualifizierte Friedensfachkraft in ständiger Verbindung mit unseren Partner vor Ort.
Förderverein Willy Brandt Zentrum Jerusalem e. V., Karl Marx-Straße 150, D-12043 Berlin, Spendenkonto Ökobank Frankfurt/M. Konto 201015804 BLZ 50090100
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