Ahrensburgs SozialdemokratInnen:Ahrensburg, 5. Februar 2000
Die SPD-Ahrensburg weist die vom CDU Abgeordneten Eichelberg pressemäßige Verwertung einer kleinen Anfrage im schleswig-holsteinen Landtag mit aller Deutlichkeit zurück. Eichelberg versucht sich erneut Munition zu beschaffen, um im Wahlkampf mal wieder ordentlich auf die Gesamtschulen in seiner Nachbarschaft einprügeln zu können.
Die herbeigezogenen Vergleiche stimmen hinten und vorne nicht. Wer sich mit der Materie ernsthaft auseinandersetzt, stellt fest, dass von einer Bevorzugung der Gesamtschulen nicht gesprochen werden kann. Es ist schändlich, wenn Politiker aus wahltaktischen Gründen versuchen, eine Schulform gegen die andere auszuspielen. Das schafft Unruhe in der Eltern- Lehrer – und Schülerschaft und löst in keiner Weise anstehende Aufgaben innerhalb des Schulwesens.
Auf folgende Punkte möchte wir hinweisen und damit zur Versachlichung des Themas beitragen:
Herr Eichelberg vergleicht die errechnete Schüler-Lehrer-Relation an den Gesamtschulen in Ahrensburg und Bargteheide mit dem Landesdurchschnitt der Gymnasien, um daraus eine „einseitige Bevorzugung der Gesamtschulen" zu konstruieren.
Er verschweigt dabei, dass selbstverständlich auch an etlichen Gymnasien des Landes • vielleicht ja sogar in seinem Wahlkreis? - der als Vergleichswert herangezogene Landesdurchschnitt unterschritten werden muss, da sonst ein derartiger Durchschnittswert ja gar nicht zustande kommen könnte. Wären diese Gymnasien dann auch als „bevorzugt" zu bezeichnen?
Dass die Schüler-Lehrer-Relation landesweit an den Gesamtschulen gegenüber den Gymnasien etwas günstiger ausfällt, ist darauf zurückzuführen, dass darin z. B. auch die vielen Integrationsmaßnahmen zur gemeinsamen Unterrichtung von Kindern mit und ohne Behinderung enthalten sind. An vielen Gesamtschulen wird mittlerweile (übrigens auch in Ahrensburg), eine integrative Beschulung angeboten. Jeder weiß, dass diese Schülerinnen und Schüler einen höheren Anteil an Förderstunden benötigen und somit eine günstigere Schüler-Lehrer-Relation entsteht. Besondere pädagogische Aufgaben benötigen eben auch mehr personelle Kapazitäten.
Um die behauptete „Ungerechtigkeit" noch zu steigern, wird die Schüler-Lehrer-Relation ebenfalls mit der der Hauptschulen und Realschulen verglichen. Die ausgewiesenen Zahlen fallen deshalb für diese Schulen ungünstiger aus, weil diese Schulformen keine gymnasiale Oberstufe führen. Die Durchschnittswerte an Haupt- und Realschulen liegen somit unter denen der Gymnasien und Gesamtschulen mit Oberstufen.
Herr Eichelberg verschweigt , dass in der Landtagsdrucksache 14/2146 vom 12.05.1999 auch Folgendes steht: Die Gesamtschulen im Kreis Stormarn haben gegenüber den anderen Schulen der Sekundarstufe l die höchsten Klassenfrequenzen aufzuweisen: mit 23,8 zwar nur geringfügig mehr als die Gymnasien (23,7) oder die Realschulen (23,6), aber eben deutlich mehr als die Hauptschulen (19,3).
Auch der Vorstoß, eine Bevorzugung der Gesamtschulen mit den Ausbaumaßnahmen zu belegen, geht ins Leere; der Neubau des Naturwissenschaftlichen Zentrums an der IGS Ahrensburg ist lediglich auf das Raumprogramm der Sekundarstufe l ausgelegt und diese Investition aus baulichen Gründen für jede andere Schule notwendig gewesen wäre. Genau deswegen hat die CDU in Ahrensburg den Erweiterungsbau politisch mitgetragen.
Soweit zur notwendigen Versachlichung des Themas.
Die Eltern entscheiden, welche Form der weiterführenden Schule ihre Kinder besuchen. Dieses Elternrecht – im Schulgesetz verankert – hat für die SPD eine hohe Priorität. Wir halten daran fest, dass es im Land Schleswig-Holstein ein breites schulisches Angebot gibt und wir wollen unsere Schulen modernisieren, ihre Finanzierung auf hohem Niveau absichern und die Schulentwicklungsplanung verbessern.
Für die SPD-Ahrensburg
Gudrun Probst-Eschke
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