Ahrensburgs
SozialdemokratInnen:Samstag, 28. April 2001.
Unter schwierigen personellen Bedingungen hielten die Ahrensburger Sozialdemokraten vergangene Woche ihre Jahreshauptversammlung ab. Die bisherige Vorsitzende Gudrun Probst-Eschke wollte nach zwei Jahren an der Spitze der Ahrensburger SPD nicht wieder für dieses Amt antreten, vier weitere Vorstandsmitglieder schieden aus beruflicher und privater Belastung aus, wobei Ragna Riensberg, die bisher auch die Seniorengruppe 60plus betreute, mit ihrer Familie nach Hamburg umzieht.
In ihrem Rechenschaftsbericht ging die Vorsitzende auf die von den Sozialdemokraten ermöglichte öffentliche Diskussion über die Person des Ahrensburger Vorgeschichtsforschers Alfred Rust und seine Verstrickungen in das Nazisystem. Durch die im Interesse einiger Ahrensburger beabsichtigte Ehrung des Forschers wurde seine Beteiligung an dem nationalsozialistischen System erstmalig erörtert und emotional diskutiert. Der Versuch die Diskussion zu versachlichen durch eine öffentliche Veranstaltung unter Beteiligung des Kieler Wissenschaftlers Prof. Dr. Reichstein war gescheitert. Die Auseinandersetzung zu diesem Thema habe gezeigt, dass auch in Ahrensburg die Vergangenheit nicht bewältigt sei.
Getreu der Tradition des Ortsvereins hat man sich kritisch mit der Regierungspolitik auseinandergesetzt. Die Rentenstrukturreform wurde kritisch diskutiert und kommentiert.
Im Schwerpunkt Bus- und Bahnverkehr sprach sich Gudrun Probst-Eschke gegen die vom Kreis beabsichtigte Einschränkung im Berufs und Tagesverkehr auf den Ahrensburger Linien aus. Das sollte es mit den Sozialdemokraten nicht geben.
Die Vorsitzende berichtete über die große Resonanz, die die Unterschriftenaktion für den Bau einer neuen grö0eren Sozialstation bei der Volkshochschule erzielt hat. Sie forderte die CDU auf ihre Blokadepolitik beim städtischen Haushalt aufzugeben, damit rechtzeitig eine angemessene Einrichtung für die ständig wachsende Zahl der Senioren dieser Stadt fertiggestellt werden kann
Die Mitgliederentwicklung des Ortsvereins ist zur Zeit rückläufig. Nur 12 % sind im Jusoalter (bis 35), aber 39 % über 60, eine Tendenz, die der sozialdemokratische Ortsverein mit vielen anderen Organisationen teilt. Hier sei weiterhin ein Aufgabenfeld für die nächsten Vorstände.
Die Neuwahl des Vorstandes führte schließlich zu folgendem Ergebnis.. Als erster Vorsitzender wurde der Landtagsabgeordnete Konrad Nabel gewählt, Gudrun Probst-Eschke und Joachim Becker wurden Stellvertreter. Harald Düwel wurde zum Schriftführer gewählt und Hartmut Möller wie bisher Kassierer. Weiter gehören dem Vorstand an Christian Schmidt- Cassdorf, Gisela Struck, Marlies Thöle und Peter Krup. Dem Vorstand zur Seite steht eine Gruppe von Hilfskräften, die sich verbindlich für ganz konkrete Aufgaben zur Verfügung gestellt haben.
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