|
Die gesamte weitere Entwicklung der Stadt Ahrensburg, ihrer
Wohn-, Gewerbe- und Naturgebiete sowie ihres Verkehrsnetzes steht
für die SPD unter den Leitlinien einer sozial und ökologisch
orientierten Gestaltung und der Beteiligung der Bürgerinnen und
Bürger.
Alle Planungen, Investitionsvorhaben und Beschaffungen der
Stadt sind nach ihrer Wirkung auf die Umwelt vorausschauend zu
prüfen und notfalls zu ändern. Ökologische Vorsorge ist
billiger als ökologisches Nachrüsten.
Die SPD fordert, daß vor der Planung neuer Wohngebiete oder
Gewerbeflächen aktuelle Daten über die Entwicklung Ahrensburgs
(Infrastruktur) vorgelegt werden, damit die Grundlagen für die
zukünftige Stadtentwicklung feststehen und in Diskussionen mit
den Bürgerinnen und Bürgern entschieden werden kann, wie und in
welchem Umfang Ahrensburg wachsen soll.
Bei baulichen Maßnahmen soll so wenig Landschaft verbraucht
und so wenig Boden versiegelt werden wie möglich. Darum sollen
zunächst vorhandene Wohnbaugebiete wenn möglich verdichtet
werden. Wir wollen kein bauliches Zusammenwachsen mit
Nachbarstädten und Gemeinden.
Zukünftige Stadtentwicklungsflächen werden nur dann in die
Planung aufgenommen, wenn die bodenrechtlichen Voraussetzungen
geschaffen sind. Die Entwicklungsflächen müssen vorab in
städtisches Eigentum übergehen.
Die SPD Ahrensburg wird sich dafür einsetzen, daß
Grundstücke zu bezahlbaren Preisen abgegeben werden, damit junge
Familien sich - teils auch in Eigenleistung oder
Gruppenselbsthilfe - Eigentum schaffen können. Auch könnten
Erbbaugrundstücke vergeben werden.
Die Ahrensburger Landschaft als Lebensraum für Menschen,
Tiere und Pflanzen
Ausgehend von den empfindlichen Inseln naturnaher Landschaft -
extensive Landwirtschaft in Wulfsdorf, Naturschutzgebiet im
Tunneltal, den Niederungen der Wasserläufe, den noch
verbliebenen Knicks - wollen wir deren Schutz verbessern, Lücken
schließen und die begonnene Biotopvernetzung fortsetzen.
Ausgleichsmaßnahmen für Eingriffe in die Landschaft durch
Baumaßnahmen sollen hierfür vorrangig eingesetzt werden.
Erweiterung des öffentlichen Personennahverkehrs
Die SPD wird dafür arbeiten, daß die Stadt Ahrensburg in
Verhandlungen mit Kreis, Land, Bahn AG, Hochbahn und
Busunternehmen den Standard des öffentlichen Nahverkehrs hält
und ausbaut. Für die Verbesserung der in Ahrensburg
unterentwickelten öffentlichen Verkehrsmittel fordert die SPD
ein integriertes Verkehrskonzept mit Vorrang für Bus, Bahnen und
Fahrrad, abgestimmten Fahrplänen und einem einheitlichen
Fahrschein sowie einem günstigen Ahrensburger City- und
Regional-Tarif.
Die SPD will einen S-Bahn-Haltepunkt Ahrensburg-Nord, eine
attraktive Neugestaltung des S-Bahnhofs und eine bessere und
schnellere Verbindung mit fahrgastfreundlichen Zügen und
Fahrplänen auf der Strecke Hamburg-Lübeck. Dazu gehören das
City-Bahn-Konzept, die Ausdehnung des HVV oder eines neuen
Verkehrsverbundes nach Norden und der Einsatz moderner
Nahverkehrszüge.
Die SPD will, daß die Hochbahnlinie U 1 erhalten wird. Um
mehr Fahrgäste zu bekommen, müssen Bus- und S-Bahn-Anbindung
verbessert werden.
Das Busangebot in Ahrensburg soll weiter mit finanziellem
Einsatz der Stadt auf dem gegenwärtig hohen Niveau gehalten und
der Bedarfsentwicklung angepasst werden. Die SPD wird sich für
eine Nachtbusverbindung von Hamburg nach Ahrensburg einsetzen.
Der Taxenverkehr muß in den öffentlichen Nahverkehr besser
integriert werden. Dazu gehört die Einrichtung eines
Frauen-Nacht-Taxis. Die SPD will, daß es möglich ist, aus den
Nahverkehrszügen heraus ein Taxi zu bestellen. Taxen sollen auch
ein Zufahrts- und Durchfahrtsrecht in verkehrsberuhigten
Bereichen bekommen.
Vorrang für Fahrrad und Fußgänger
In Zukunft soll bei der Verkehrs- und Straßenplanung ein
größeres Gewicht auf die Belange der Fußgänger und Radfahrer
gelegt werden. Radwege müssen vorrangig entlang stark befahrener
Straßen angelegt werden; dies muß bei engen Straßen auch zu
Lasten der Fahrbahnbreite für die Kraftfahrzeuge erfolgen. Die
SPD will, daß Radwege saniert und weitere zügig befahrbare und
gut beleuchtete Radverbindungsstrecken durch Ahrensburg
geschaffen werden. In der Innenstadt, an den Bahnhöfen und an
einigen Bushaltestellen muß das Angebot an sicheren, teilweise
auch überdachten Fahrradstellplätzen verbessert werden.
Tempo 30 in Wohngebieten
Unser Ziel ist Tempo 30 als Regelgeschwindigkeit für Autos im
innerörtlichen Bereich. Zur Durchsetzung bereits beschlossener
Verkehrsberuhigung sind neue Wege erforderlich. Das Aufstellen
von Blumenkübeln hat sich nicht bewährt. Dagegen sollten
Geschwindigkeitskontrollen, Rechts-vor-links-Regelungen und
Aufpflasterungen weiter eingesetzt werden.
Ahrensburg Nord-West - Erlenhof
Westlich der B 75 im Norden des Stadtgebietes hat die Stadt
über die Investitionsbank des Landes Entwicklungsflächen
erworben, die für eine zukünftige Wohnbebauung vorgesehen sind
(Stadtteil Erlenhof). . Die SPD befürwortet diesen neuen
Stadtteil. Mit der Realisierung wird aber erst nach
Sicherstellung der sozialen und kulturellen Versorgung begonnen.
Ein Grüngürtel zwischen Ahrensburg und den Nachbargemeinden
soll bei der Planung von 'Erlenhof' gewahrt werden.
Die SPD wird sich auch in diesem Gebiet für den sozialen
Wohnungsbau einsetzen und dafür die notwendigen Wohnbauflächen
bereitstellen.
Wir wollen auch in diesem Gebiet ökologisch orientiertes
Bauen unterstützen, z.B. sollen technische Neuerungen auf dem
Gebiet der Solarenergie gefördert werden. Flächen für
zuküftige zentrale Einrichtungen sollten in ausreichendem Maße
vorgehalten werden.
Ahrensburg Nord-Ost / Gartenholz
Das Wohngebiet Gartenholz ist für uns in seiner Ausdehnung
weitgehend abgeschlossen. Das Gartenholz braucht jetzt eine
Verbesserung seiner sozialen Einrichtungen.
Wir wollen einen S-Bahn Haltepunkt Gartenholz/ Gewerbegebiet
Nord, der im Norden des Gebietes am besten angebunden werden
kann. Aus diesem Grunde wird eine gemeindeübergreifende Planung
notwendig, da zukünftige Verkehrsflächen (z.B. eine Anbindung
an die B 75) zum Teil auf Delingsdorfer Gebiet liegen werden. Die
SPD Ahrensburg wird sich hier jedoch bei der Ausweisung von
weiteren Verkehrsflächen auf das notwendigste Maß beschränken.
Wir befürworten einen Rad- und Fußweg entlang der Bahn nach
Delingsdorf und eine Fußgängerbrücke vom Weinberg zum
Gänseberg.
Gewerbegebiet Nord/ Beimoorweg Süd
Das Gewerbegebiet Nord ist für uns nach Norden und Osten
abgeschlossen.
Die zwischen Beimoorweg, Ostring und Auetal gelegene Fläche
ist in der Landesplanung als zukünftige Entwicklungsfläche für
verschiedene Nutzungen ausgewiesen. Die SPD fordert an dieser
Stelle im wesentlichen Flächen für Sport- und
Freizeiteinrichtungen. Nach Sichtung dieser Flächen können die
anderen Flächen für Gewerbe ausgewiesen werden. Alle
Überlegungen müssen jedoch ökologischen Grundsätzen
unterliegen, wobei vor allem der Bereich zum Auetal hin
großzügig ausgelegt werden muß. Verkehrsverbindungen zwischen
Beimoorweg und Ostring müssen sich Grünzügen mit Rad- und
Wanderwegen unterordnen.
Innenstadt
Die Neugestaltung der Ahrensburger Innenstadt ist weitgehend
abgeschlossen. Die von unnötigem Verkehr freigehaltenen und
ausgebauten Innenstadtflächen können jetzt vielseitig und
ungestört von den Bürgern Ahrensburgs genutzt werden.
Das Parkplatzangebot entlang des Innenstadtrings sowie im
Bereich Hamburger und Große Straße muß noch ergänzt werden;
ebenso muß ein Parkleitsystem zum Auffinden optimaler
Stellplätze eingerichtet werden.
Der westliche Bereich der Innenstadt mit Rathaus- und
Stormarnplatz (einschließlich Alte Reitbahn) muß
weiterentwickelt werden. Neben Gebäuden für öffentliche
Nutzungen (z.B. für eine neue Sozialstation) fordert die SPD
Ahrensburg, in diesem Bereich Flächen für das innerstädtische
Wohnen und Parkplätze auszuweisen. Die großzügigen
Freiflächen dieses Bereiches sollen für alle zugänglich und
intensiv nutzbar sein (Freizeit im Stadtgarten). Der heutige
Parkplatz "Lindenhof" zwischen Post und Bahn soll
bebaut werden.
Für den Rathausplatz brauchen wir einen Neuanfang. Die
Diskussion über die Zukunft des Rathausplatzes muß unter
Einbeziehung aller Betroffenen neu geführt werden. Ziel der SPD
ist es, den Platz dauerhaft für Anwohner, Bürgerinnen und
Bürger und Handel attraktiver zu machen. Dafür kommen auch
Dauermarktstände oder weitere Bebauungen in Betracht.
Ziel der SPD wird weiterhin die Stärkung der Innenstadt
gegenüber den anderen gewerblichen Bereichen sein. Neben den
Einkaufsmöglichkeiten sollen aber auch weitere Wohnflächen
entstehen und alle Freiflächen endgültig ausgebaut werden.
Ortsteil Wulfsdorf
Das Dorfgebiet von Wulfsdorf soll in seinem heutigen Charakter
erhalten bleiben und - wenn notwendig - sinnvoll ergänzt werden.
Wesentliche Neubauten lehnt die SPD ab. Der Bornkampsweg soll
verkehrsberuhigt werden.
Die landwirtschaftlich genutzten Flächen zwischen Hamburger
Straße und Bundesbahn sollen - wenn möglich - erhalten bleiben.
Einen Ausbau oder eine Öffnung des Wulfsdorfer Weges von
Wulfsdorf bis zum Stadtgebiet lehnen wir aus Naturschutzgründen
ab.
Ahrensburg-Süd
Der grüne Gürtel zwischen Hamburg und Ahrensburg ist uns
wichtig. Darum will die SPD, daß Ahrensburg zu einer Lösung
beiträgt, bei der das Naturschutzgebiet Höltigbaum gute und
gesicherte Bedingungen bekommt und Hamburg dauerhaft keine
Bebauung im Anschluß an die Siedlung Hagen realisieren kann.
Neben den von der SPD stets befürworteten Verdichtungen
vorhandener Wohngebiete - zuletzt im Waldgut Hagen - werden
Überlegungen aufgestellt, weitere Flächen vorwiegend für
Einfamilien- und Reihenhäuser auszuweisen. Arrondierungen
können im Bereich östlich des Ahrensburger Redders, im Waldgut
sowie in der Siedlung vorgenommen werden. Die SPD fordert weiter
den naturnahen Rückbau der Hagener Allee zwischen Starweg und
Hochbahnbrücke.
Agenda 21, der Umweltgipfel von Rio und die Mitwirkung
aller Bürgerinnen und Bürger
Das auf dem Umweltgipfel von Rio de Janeiro im Juni 1992
beschlossene Handlungskonzept zur Förderung nachhaltigen
Wirtschaftens und zum Klimaschutz (AGENDA 21 genannt) soll in
eine Lokale Agenda 21 für Ahrensburg umgesetzt werden. Die
Förderung nachhaltigen Wirtschaftens und der Klimaschutz müssen
Leitlinie städtischen Handelns werden und ihren Niederschlag in
der aktiven Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger finden.
Bisher schon wurde die Eigeninitiative der Bürgerinnen und
Bürger gefördert durch Energiesparberatung, Fortführung der
Umwelttage, Pflanzenflohmarkt und Häckselaktion. In
Zusammenarbeit mit der Umweltabteilung sollen diese fortgesetzt
und weitere private und unternehmerische Initiativen zur
Verbesserung der Umwelt angeregt werden.
Eingesparte Energie ist die billigste und
umweltfreundlichste Energie
Die Sozialdemokraten in der Stadtverordnetenversammlung haben
die Aufstellung eines Energiekonzepts durchgesetzt, das jetzt
weiter umgesetzt werden muß. Erste erfolgreiche Schritte waren
das Blockheizkraftwerk für Klärgas, die begonnene
Nahwärmeversorgung aus einem Blockheizkraftwerk in den neuen
Bebauungsgebieten beim Gartenholz und an der Bogenstraße, die
vielfältigen Investitionen zum Energiesparen in städtischen
Einrichtungen. Auch die SPD war es, die das in anderen
Bundesländern so erfolgreiche Fifty-Fifty-Projekt für
öffentliche Gebäude angeregt hat. Alle Ahrensburger Schulen
haben ihre Bereitschaft zum Energiesparen ab dem laufenden
Schuljahr bekundet. Nach dem Modell werden die Schulen die
Hälfte der durch Verhaltensänderung eingesparten Energie- und
Wasserkosten erstattet bekommen, die andere Hälfte wird im
Finanzbudget der Umweltabteilung für Energiesparinvestitionen
genutzt werden. Wir wollen zukünftig die Installation von
Solaranlagen auf öffentlichen und privaten Gebäuden in
Ahrensburg fördern.
Abwasserreinigung und Trinkwasserschutz
Die Sozialdemokraten stehen zur ökologischen Modernisierung
der Klärtechnik in Ahrensburg. Die hohen Anforderungen an die
Reinigungsleistung ersparen zukünftige Nachrüstungen. Dennoch
brauchen wir auch ein Umdenken. Die Problemlösung muß vom Ende
der Abwasserleitung vor den Anfang der Abwasserleitung gelegt
werden, damit nicht in die Abwasserleitung hinein gelangt, was im
Klärwerk mit hohen Kosten herausgeholt werden muß. Wasser aus
technischen und gewerblichen Prozessen muß wieder aufbereitet
werden und darf nicht mehr in das Abwassernetz eingeleitet
werden. Sozialdemokraten werden sich für eine drastische
Einsparung von Trinkwasser in städtischen Einrichtungen
besonders im "Badlantic" einsetzen. Trinkwasser muß
wie Energie behandelt werden. Wer Trinkwasser spart, spart
Energie und Kanalbenutzungsgebühren. Wir wollen
Regenwassernutzungsanlagen fördern.
Abfall und Wertstoffe
Die Sozialdemokraten in der Stadtverordnetenversammlung haben
durchgesetzt, daß bei Veranstaltungen in städtischen
Einrichtungen und auf öffentlichen Straßen und Plätzen nur
noch Mehrweggeschirre benutzt werden dürfen. Sie werden sich
auch weiterhin dafür einsetzen, daß alle Möglichkeiten der
Stadt ausgeschöpft werden, die Vermeidung von Müll
durchzusetzen. Daher werden wir die Einführung einer Steuer auf
Einwegverpackung für das Stadtgebiet unterstützen.
Die Sozialdemokraten in Ahrensburg waren und sind gegen die
Erweiterung der Müllverbrennungsanlage in Stapelfeld. Durch die
von der SPD durchgesetzte getrennte Sammlung von Wertstoffen und
insbesondere die 1997 in Ahrensburg eingerichtete
Wertstofferfassungsstelle im Gewerbegebiet ist diese hinfällig
geworden.
|