Pressemitteilung der SPD-Fraktion 

Älter werden in Ahrensburg
  

Wie leben ältere Menschen in Ahrensburg und wie werden ihre Lebensbedingungen in der Stadt berücksichtigt? Was ist schon gut geregelt und wo fehlt es noch? Was muss dringend getan werden? Diese Fragen diskutierte die Ahrensburger SPD am 24.01.2003 im Gemeindesaal der Katholischen Kirche mit über 70 älteren Frauen und Männern aus Ahrensburg. Im Rahmen der Reihe "Forum Ahrensburg 2003" stellten, unter Leitung der Fraktionsvorsitzenden Ursula Ebert und der Kreistagsabgeordneten Margot Sinning, Vertreterinnen und Vertreter verschiedener Hilfseinrichtungen ihre Sicht dar und standen den älteren Gästen Rede und Antwort.

Frau Scharpf, Leiterin der Sozialstation des Peter-Rantzau-Hauses, kennzeichnete das Alter ab 60 als einen zunehmend eigenständigen Lebensabschnitt für immerhin 35% der Einwohner Ahrensburgs. Für seine aktive Gestaltung sei vielfach Hilfe erforderlich, die das Peter-Rantzau-Haus mit etwa 100 ehrenamtlichen Helfern gebe und damit der Stadt jährlich rund 100.000 € Kosten abnehme. Doch für die jetzt dringend erforderliche Ausdehnung der Arbeit sei das Haus zu klein und daher ein Neubau unverzichtbar. Ziel sei die Entwicklung eines Netzwerks für ältere Menschen.

Frau Kohlstruck, die mit über 80 Jahren seit 1998 in Ahrensburg lebt, berichtete über die Schwierigkeiten und Möglichkeiten der Eingewöhnung nach einem Ortswechsel im Alter. Mit viel Eigeninitiative und der Hilfe des AWO-Service-Hauses habe sie es gut geschafft und fühle sich jetzt in Ahrensburg sehr wohl.

Die Ärztin Frau Löffler-Burmeister bezeichnete die Versorgung Ahrensburgs durch niedergelassene Ärzte als ausreichend. Bedarf bestehe aus ihrer Sicht für eine Notfallklinik mit einer Station Innere Medizin für akute Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie für eine Tagesstätte für pflege- und hilfsbedürftige Menschen.

Frau Schuhmacher von der Alzheimer-Gesellschaft Stormarn verwies auf die schon 1,2 Millionen Demenzkranken in Deutschland, deren Zahl bis 2030 voraussichtlich um weitere 60% steigen werde. Dafür seien Betreuungsgruppen mit vielen ehrenamtlichen Helfern unentbehrlich. Für Ahrensburg sei eine Tages-Betreuungs-Einrichtung zur effektiveren Hilfe für die Angehörigen wünschenswert. Die laufenden Kosten würden wohl von den Krankenkassen getragen werden, aber für das Haus müsste die Stadt sorgen.

Pfarrer Grodecki als Vertreter der Arbeitsgemeinschaft der freien Wohlfahrtsverbände verwies auf die Möglichkeiten zur Begleitung Schwerkranker und Sterbender sowie ihrer Angehörigen durch die Hospiz-Bewegung Ahrensburg. Die Arbeit der Sozialverbände und der Kirchen in Ahrensburg kennzeichnete er als offen und kooperativ.

In der anschließenden Diskussion wurden von mehreren Teilnehmern Anregungen gegeben:

  • Zahlreiche Fußwege der Stadt bringen ältere Menschen in Schwierigkeiten, wenn sie uneben (aufgeworfen, Kopfsteinpflaster u.a.), zu glatt, bei Regen aufgeweicht, bei Schnee schlecht geräumt (z.B. Ladenbesitzer in der Innenstadt) oder zu wenig beleuchtet sind. Ein besonderes Ärgernis sind Anliegerhecken, die zum Teil massiv in den Fußweg hinein wachsen. Harald Düwel von der SPD berichtet über die von ihm angeregte Diskussion dieses Themas in der Sitzung des Bau- und Planungsausschusses vom 22.01.03 und bietet an, ihm derartige Stellen zu benennen; er werde sich darum kümmern.
  • Die Anschlüsse der Busse sollten möglichst passgenau gestaltet werden, da gerade für ältere Menschen längere Wartezeiten im Freien problematisch sind. Das angekündigte StadtBus-System sollte möglichst bald verwirklicht werden. Die kleine Schrift der Fahrpläne ist für ältere Menschen unleserlich, was gravierende Orientierungsprobleme erzeugt. Haltestellen ohne Überdachung sind gerade für ältere Menschen, die besonders oder sogar vollständig auf die Busse angewiesen sind, ein Ärgernis. Die Haltestelle vor dem Rathaus, von der aus man die viel befahrene Straße überqueren muss, um in die Innenstadt zu gelangen, ist für ältere und behinderte Menschen unzumutbar, zumal es keinen ampelgesicherten Übergang gibt.
  • Ahrensburg verfügt über ausreichend Behinderten-Parkplätze und diese werden i.d.R. auch frei gehalten, bei Schnee jedoch unzureichend frei geräumt. Parken ganz oder teilweise auf dem Gehweg greift um sich, ist für Ältere und Behinderte ein besonderes Problem und wird zu wenig kontrolliert.
  • Nach dem Überblick in dieser Veranstaltung sollten die Themen in Einzelgruppen weiter bearbeitet werden. Dabei sollten auch die drohende Vereinsamung und die Sinnfrage eingeschlossen und die Jugend eingebunden werden.

Abschließend sagt Frau Sinning zu, die SPD habe die Anregungen in ein Protokoll aufgenommen und werde sie nach der Kommunalwahl weiter verfolgen. Das Gespräch mit den älteren Bürgerinnen und Bürgern werde weitergeführt werden. Interessenten für eine Mitarbeit seien willkommen und könnten sich in eine Liste eintragen.

 
Ahrensburg,28.01.03