Rechenschaftsbericht zur Jahreshauptversammlung am 27.03.02

Konrad Nabel:

Ahrensburg, 27.03.02

Ich lege Euch heute den Rechenschaftsbericht des am 26. April 2001 gewählten Ortsvereinsvorstands vor.

Im Berichtszeitraum hat der Ortsverein einige Mitglieder verloren:

  • Am 27. Mai 2001 starb unser früherer Vorsitzender Jürgen Lohmann an den Folgen eines schweren Verkehrsunfalls. Wir vermissen seine Wärme, seine Lebensfreude und seine Zuverlässigkeit. Er konnte Ungerechtigkeit und Unvernunft nicht akzeptieren, er war ein kommunikativer und ausgleichender Mensch, der uns in unserer gemeinsamen Arbeit vorangebracht und zusammengehalten hat. Viele Jahre hat er unseren Chor für Freiheit und Demokratie geleitet. Seine Stimme wird uns unvergessen bleiben.
  • Unsere Genossin Gertrud Strufe starb wenige Tage nach ihrem 99. Geburtstag Ende Juli im Tobiashaus. Gertrud war uns allen bekannt als langjähriges Vorstandsmitglied und Leiterin der Seniorengruppe der SPD Ahrensburg. Vor mehr als 25 Jahren hat sie gemeinsam mit Eckart Kuhlwein die Seniorendisco gegründet - eine Einrichtung, die bis vor wenigen Jahren eine Ahrensburger "Institution" war. Darüber hinaus war Gertrud lange Jahre in der Seniorenarbeit der AWO aktiv.
  • Mit Uwe Heeschen, der im Oktober starb und Erwin Schacht, der Ende Dezember kurz vor seinem 85. Geburtstag starb, verließen uns zwei weitere langjährige Mitglieder.

Wir werden die Verstorbenen in guter Erinnerung behalten. Sie haben uns viel gegeben und konnten vielen von uns Vorbild sein.

Fotos von der Jahreshauptversammlung

Neun weitere - auch langjährige - Mitglieder haben die Partei durch Austritt verlassen. Die meisten gaben bundespolitische Gründe für ihren Austritt an, drei Genossinnen und Genossen haben ausdrücklich den Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan und/oder die in diesem Zusammenhang von Kanzler Schröder gestellte Vertrauensfrage angegeben.

Zwei neue Mitglieder sind eingetreten, einige zu- oder weggezogen. Insgesamt hatten wir Anfang 2002 einen Bestand von 282 Mitgliedern.

 

Während der letzten Jahreshauptversammlung am 26. April 2001 hat der Ortsverein nach intensiver Diskussion über die zukünftige Arbeit den neuen Vorstand gewählt in dem Wissen, dass dieser sich auf das Wesentliche beschränken wird. Wir haben den Aufgabenkatalog des Vorstands entschlackt und haben uns als Schwerpunkte gesetzt,

  • die kritisch-loyale Begleitung der Arbeit unserer Fraktion und der Bürgermeisterin zur Umsetzung unseres Kommunalwahlprogramms bis zum Ende der Wahlperiode,
  • die Vorbereitung der Kommunalwahlen am 2. März 2003,
  • die Thematisierung auch von bundes- oder landespolitischen Themen im Ortsverein sowie
  • die Verbesserung unserer Wirkung in die Öffentlichkeit, aber auch nach innen. Unser Ziel dabei war, unsere Arbeit so zu gestalten, dass mehr Mitglieder Lust zur Mitarbeit bekommen.
 
   

Wir konnten einige Genossinnen und Genossen außerhalb des Vorstands für Einzelaufgaben gewinnen.

  • So hilft Elisabeth Wittig zum Beispiel weiter bei den Geburtstagsgrüßen,
  • Renate Albrecht durch die Veranstaltung von Neumitgliedertreffen oder die Moderation unserer Veranstaltungen in diesem Frühjahr sowie
  • Heinrich Breckling und seine Frau mit dem Eintüten und Versenden des info.
  • Helmut Brejora hat glücklicherweise wieder die Aufgabe übernommen, unsere Stellschilder auf Vordermann zu bringen, instand zu halten und zu plakatieren.

Ihnen möchte ich genauso danken wie

  • Jürgen Eckert, der sich aktiv an der Vorbereitung der Kommunalwahl am 2. März 2003 beteiligt,
  • Udo Weber, der zum Beispiel die OVV zum Thema "Naher Osten" vorbereitet hat,
  • Ole Junker und Lars Einnolf, die beim Aufstellen der Plakate helfen.

Bestimmt habe ich jetzt doch jemanden vergessen. Allen Mitgliedern, die dem Vorstand im letzten Jahr auf diese Weise geholfen haben, ein herzliches Dankeschön.

Der Vorstand tagt zur Zeit zwei Mal im Monat im Parteibüro. Nach gut einem Jahr Testphase hat der Vorstand beschlossen, den monatlichen Stammtisch bei Rigani nicht weiter stattfinden zu lassen. Zu oft waren bei den - ansonsten stets interessanten - Runden die Vorstandsmitglieder unter sich. Wenn echtes Interesse besteht - und sich dann auch andere Genossinnen oder Genossen einfinden - lassen wir den Stammtisch wieder aufleben.

 
   

Zur Zeit ist von den zu Beginn des letzten Jahres noch drei aktiven kommunalpolitischen Arbeitskreisen nur der AK Stadtentwicklung aktiv.

Harald Düwel hat mir dazu aufgeschrieben:

"Im Arbeitsbereich Stadtentwicklung wurde der gemeinsame Arbeitskreis des Vorstands und der Fraktion reaktiviert und deutlich erweitert. Unter Leitung von Harald Düwel erarbeiten Mitglieder des Ortsvereins und andere interessierte Bürgerinnen und Bürger Ahrensburgs Konzepte für die Ansiedlungs-, Wirtschafts- und Verkehrspolitik der Stadt. Das betrifft z.B. die Entwicklung der Straßen und Plätze, den Häuserbau und den öffentlichen Personennahverkehr. Im abgelaufenen Amtsjahr des Vorstands wurden Pläne für die Neugestaltung der Westlichen Innenstadt mit dem Rathausplatz und einem Stadtgarten auf dem Stormarnplatz und für ein neues Stadtbussystem entwickelt sowie mit der Fortschreibung des Rahmenplans für die Innenstadtentwicklung in den nächsten 15 Jahren begonnen. Die Arbeitsergebnisse wurden in Mitgliederversammlungen diskutiert und danach erfolgreich in die Ahrensburger Öffentlichkeit getragen. Sie bilden zugleich Bausteine für das nächste Wahlprogramm."

Die von Harald erwähnte öffentliche Veranstaltung war die Auftaktveranstaltung für eine Veranstaltungsreihe, mit der wir unter dem Titel "Forum Ahrensburg 2003" mit 4 - 5 Veranstaltungen bis zur Sommerpause drängende kommunalpolitische Themen aufgreifen, mit Bürgerinnen und Bürgern sowie Vertretern von Interessengruppen diskutieren und öffentlich unsere Meinungsführerschaft dokumentieren wollen. Zur Vorbereitung dieser Veranstaltungen und der Kommunalwahl 2003 hat sich im November des letzten Jahres eine Arbeitsgruppe gebildet, die auch über den heutigen Tag hinaus weiter arbeiten will.

Als weitere Veranstaltungen in dieser Reihe sind ein Forum zum Thema "Gesundheit vor Ort", zur Zukunft der Jugendtreffs, zur Sozialpolitik und zum Peter-Rantzau-Haus sowie zu Kindern und Jugend in Ahrensburg in Vorbereitung. Auch die Ergebnisse dieser Veranstaltungen sollen als Bausteine in das nächste Wahlprogramm einfließen.

Zusätzlich soll auch in diesem Jahr eine OV-Wanderung stattfinden - wie versprochen geht es am Samstag, 4. Mai um 15 Uhr auf das Höltigbaum-Gelände, wo uns ein Mitarbeiter der Stiftung Naturschutz fachkundig führen wird. Den Abschluss unserer Aktivitäten vor der Sommerpause soll ein Kinder- und Familienfest am Ahrensburger Kamp bilden.

Neben den bereits erwähnten Veranstaltungen haben im abgelaufenen Berichtjahr weitere - zum Teil öffentliche - Ortsvereinsversammlungen stattgefunden.

 
   
  • Im Juni stand die öffentliche Ortsvereinsversammlung unter dem Titel "Wie fern ist uns der nahe Osten?" - Friedensarbeit zwischen den Fronten. - Der OV und zahlreiche Gäste diskutierten das Referat von Dr. Mathias Ries, dem Projektleiter am Willy-Brandt-Zentrum Jerusalem, der von den Versuchen berichtete, junge Israelis und junge Palästinenser miteinander ins Gespräch zu bringen.
  • Unter dem Motto "Mit dem Ortsverein ins Grüne" luden wir zum 1. Juli zur Wanderung durchs Tunneltal. Unter sachkundiger Führung von Uwe Schneider, Geschäftsführer des Vereins Jordsand haben wir gemeinsam mit zahlreichen Gästen das Tunneltal durchwandert und die naturkundlichen Sehenswürdigkeiten kennengelernt. Anschließend gab es im "Haus der Natur" in Wulfsdorf bei einem kleinen Imbiß weitere Informationen über die Naturschutzarbeit von Jordsand.
  • Viel Mühe machte es dem Vorstand, genügend Teilnehmerinnen und Teilnehmer für unseren Info-Stand auf der Freiwilligen-Messe der Stadt Ahrensburg am 7. Juli im Marstall zu finden. Vor allem von Fraktionsmitgliedern kam der gernervte Hinweis, dies sei ja doch nur eine Veranstaltung, bei der sich Vereine anderen Vereinen präsentieren. Während einige andere teilnehmende Vereine im zusätzlich aufgestellten Zelt schwitzten, hatten wir bei unserem Info-Stand im Gebäude interessante Gespräche in angenehmer Athmosphäre.
  • Im Rahmen seiner Sommertour machte Schleswig-Holsteins Finanz- und Energieminister Claus Möller (SPD) am 26.07.01 Station in Ahrensburg und besuchte gemeinsam mit Konrad Nabel, MdL und Thomas Sauer, MdB Ahrensburgs Bürgermeisterin Ursula Pepper
 
   
  • Auf der Ortsvereinsversammlung Anfang September bereiteten wir uns auf den KPT zur Kommunalverfassungsreform 2001 vor. Nach einer sachkundigen Einführung durch den innenpolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Klaus-Peter Puls stimmte der OV bis auf marginale Änderungen dem vom Kreisvorstand vorgelegten Leitantrag zu, der unter anderem die Beibehaltung der Direktwahlen für Landräte forderte.
  • Zur Vorbereitung der Wahlkreiskonferenz warb unser Bundestagsabgeordneter Thomas Sauer um die Unterstützung des OV für seine erneute Kandidatur, die nach intensiver Diskussion vor allem um die Abstimmung zum Mazedonien-Einsatz der Bundeswehr, auch einstimmig erfolgte.
  • Während bei der Wahl von 12 Delegierten zur Wahlkreiskonferenz in Schwarzenbek genügend Kandatinnen und Kandidaten zur Verfügung standen und gewählt wurden, fanden sich bei der Wahl von 10 Delegierten zum Kreisparteitag am 15. September in Lütjensee nur 5 Genossinnen und Genossen, die bereit waren, so dass der OV auf dem KPT erstmals seit langer Zeit nur mit 5 Delegierten vertreten war.
  • Während des Kreisparteitags am 15. September 2001 wurde nach einem Vortrag unseres ehemaligen Gesundheitsministers Günter Jansen der Leitantrag zur Änderung der Kommunalverfassung erwartungsgemäß weitgehend unverändert beschlossen.
  • Die von uns für den 22. September geplante Fest-Veranstaltung zur Halbzeit unserer Bürgermeisterin Uschi Pepper Politik & Musik & Kabarett unter dem Titel "Keine halben Sachen" sagten wir wegen der Terroranschläge in Amerika und den ungewissen Folgen ab.
  • Mitte November stellten wir die Themen "Innere Sicherheit - Zuwanderung - Integration" in den Mittelpunkt einer öffentlichen Mitgliederversammlung, bei der Landesinnenminister Klaus Buß referierte und sich den Fragen der Mitglieder und der Gäste stellte.
  • Unsere Adventfeier fand am 1. Dezember 2001in der Alten Remise am Marstall statt. Peter Krup hat die Veranstaltung mit viel Engagement vorbereitet und mit Klaviermusik umrahmt. Wir konnten wieder zahlreiche Genossinnen und Genossen für langjährige Mitgliedschaft ehren, darunter Wilhelm Kirschner, der seit 75 Jahren der Partei angehört.
  • Bei bester Gesundheit und voller Lebensfreude feierte am 1. Weihnachtstag unser Genosse Edwin Grützner seinen 95. Geburtstag im Kreise seiner Familie und Freunde. Bürgervorsteher Hans Pahl und Ortsvereinsvorsitzender Konrad Nabel gratulierten dem Jubilar, der unter anderem von seiner Zeit bei der sozialistischen Arbeiterjugend erzählte. Wie schön, wenn wir heute so engagierte Jusos hätten!
  • Im Januar 2002 fand das jährliche Neumitgliedertreffen bei Renate Albrecht statt.
  • Die Ortsvereinsversammlung im Januar 2002 diskutierte einen von Joachim Becker und Harald Düwel nach langer, zum Teil kontroverser Diskussion im Vorstand zusammengestellten Resolutionsentwurf zur Situation der SPD nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 und dem Bundesparteitag in Nürnberg. Die Resolution wurde mit überwältigender Mehrheit angenommen.
  • Sowohl auf dem Kreisparteitag am 9. Februar 2002 (für den wir diesmal alle zehn Delegierten zusammen bekamen!), als auch auf dem Landesparteitag am 09.03.02 in Kiel wurde unsere Resolution mit wenigen Änderungen angenommen und liegt jetzt dem nächsten Bundesparteitag zur Abstimmung vor.
  • Während der Ortsvereinsversammlung am 28.02.2002 diskutierten wir über die Neugestaltung der Westlichen Innenstadt und das geplante neue Stadtbussystem. Nach Vorstellung der beiden Themenbereiche durch Hartmut Möller und Harald Düwel beschloß der OV die vom Arbeitskreises Stadtentwicklung und der Fraktion vorgelegte Entschließung.
  • Beide Themen waren auch Inhalt der ersten Veranstaltung in der Reihe Forum Ahrensburg 2003. Fast 60 Besucherinnen und Besucher diskutierten mit uns im Rathaus-Foyer über die weitere Gestaltung unserer Stadt.
 
   

Vorstand und Fraktion haben im vergangenen Jahr gut zusammengearbeitet, und wir wünschen uns eine gute Zusammenarbeit auch für die Zeit bis zur Kommunalwahl und darüber hinaus.

Wir wollen die Kommunalwahlen in Ahrensburg gewinnen, um endlich von den manchmal schon fast unwürdigen Zuständen in der Stadtverordnetenversammlung weg zu kommen, um eine gestalterische Mehrheit in der Stadt zu bekommen und die erfolgreiche Arbeit gemeinsam mit Bürgermeisterin Uschi Pepper fortsetzen zu können. Dafür brauchen wir Kandidatinnen und Kandidaten - nicht alle derzeitigen Fraktionsmitglieder wollen wieder antreten.

Gerade weil die Situation der SPD auf Bundes- und Landesebene zur Zeit nicht die Rosigste ist, müssen wir in den Ortsvereinen die Partei zusammenhalten und - wie wie es bei der Friedens- und Sicherheitspolitik erfolgreich getan haben - auch von der Basis her unsere Beiträge zur Erneuerung der Programmatik einbringen. Auch dieses wollen wir weiterhin tun. Ich baue darauf, dass gerade bei stärkerer Polarisierung - wie sie im Bundestagswahlkampf zu erwarten ist, wieder mehr Mitglieder sich aktiv in die Parteiarbeit einschalten - und dazu fordere ich Euch heute besonders auf.