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Die größte Bedrohung für eine friedliche Welt sind nämlich Armut,
Naturzerstörung sowie das Gefühl von Ohnmacht und Perspektivlosigkeit. Von
daher ist ein breites Reformbündnis zwischen Industriestaaten und
Entwicklungsländern sowie der Akteure der Zivilgesellschaften für einen
globalen New Deal notwendig.
Forum Demokratische Linke 21
`Gegen die Privatisierung der Welt - Für die Stärkung der Demokratie'
1. In der Folge dieser Erkenntnis meinen wir, dass eine sozialdemokratische
Politik in den Mittelpunkt ihrer Überlegungen die sozialen, ökonomischen und
ökologischen Ursachen zur Abwehr terroristischer Gefahren stellen muss.
2. Im Zusammenhang hiermit sind an erster Stelle, einhergehend mit tief
greifenden Reformen der Weltwirtschaft, eine Stärkung der Vereinten Nationen,
eine Weltordnungspolitik (global governance), die Fortentwicklung der
Europäischen Union zu einem demokratischen Bundesstaat und die Sicherung und
Stärkung einer internationalen Rechtsordnung mit einem internationalen
Gewaltmonopol zu nennen.
3. Wir anerkennen das Recht eines jeden Staates, sich gegen Angriffe auf sein
Territorium und seine Bürger zu verteidigen. Internationaler Terror und
Verbrechen gegen die Menschlichkeit werden nicht geduldet. Sozialdemokratische
Politik unterstützt internationale polizeiliche, ggf. militärische Maßnahmen
dagegen.
4. Alle Gewaltanwendung muss völkerrechtlich legitimiert sein und
kontrolliert werden, i.d.R. durch die UNO, darf sich nur gegen verbrecherische
Gewalt richten und muss angemessen ausgeübt werden. Insbesondere müssen dabei
die Opfer der verbrecherischen Gewalt sowie unbeteiligte Dritte geschützt
werden.
5. Unilaterale Kriegseinsätze sind als Mittel gegen den internationalen
Terrorismus ungeeignet. Sie sind nicht nur nicht geeignet, die Urheber
gewalttätiger Terrorakte gefangen zu nehmen und ihre Stützpunkte
auszuschalten, sie laufen allen Bemühungen für ein friedliches Miteinander der
Völker zuwider, da sie die Spirale der Gewalt nurmehr weiterdrehen.
6. Wir fordern nachdrücklich, dass unser Land sich nicht an eventuellen
weiteren Kriegen der USA beteiligt.
7. Es ist ein internationaler Gerichtshof zu schaffen, die USA müssen dazu
gedrängt werden, diesen anzuerkennen, genauso wie internationale Bestrebungen
zum Klimaschutz und zur Ächtung atomarer, biologischer und chemischer
Kampfstoffe.
8. Zu einer Stärkung weltstaatlicher Institutionen gehört, dass alle
Regionen dieser Welt in ihnen gleichberechtigt vertreten sind, dass in
Einrichtungen wie Weltbank und Internationaler Währungsfond ein fairer
Nord-Süd-Ausgleich gilt. Es müssen international anerkannte, demokratisch
gebildete, politische Steuerungsmechanismen geschaffen werden, um die
Weltwirtschaftsordnung neu zu gestalten. Politik muss wieder über die Grenzen
hinweg ein starkes und wirksames Instrument sein, um die Zukunft nicht allein
den Gesetzen von Markt und Kapital zu überlassen. Nur wenn soziale und
ökologische Gesichtspunkte stärker berücksichtigt werden, können
Verteilungskämpfe und weiter sich ausbreitende Armut und Verelendung vermieden
werden. Zu den unabdingbaren Voraussetzungen für ein dauerhaftes friedliches
Miteinander gehören politische Teilhabe, Bewahrung der verschiedenen
kulturellen Identitäten, die gerechte Chance auf wirtschaftlichen Erfolg und
ein Mindestmaß an sozialer Sicherheit.
9. Wir fordern, sich wieder mehr den Fragen der Armutsbekämpfung, und der
Notwendigkeit einer starken Entwicklungspolitik als friedens- und
sicherheitspolitischem Ansatz für eine sichere Zukunftsgestaltung zuzuwenden.
Es wird zu viel Wert auf militärische und sicherheitspolitische Aspekte gelegt.
Wir glauben, dass die Partei, wenn sie ihrer Verantwortung für die Zukunft
gerecht werden will, wieder mehr die Fragen der Gerechtigkeit und Solidarität
in den Vordergrund rücken muss. Wir meinen, dass Deutschlands zukünftige Rolle
in der Welt angesichts unserer Geschichte im 20. Jahrhundert vielmehr die
`soziale, ökologische und europäische Gestaltung der Globalisierung' (Michael
Müller), als die der militärischen Kraftentfaltung sein sollte. |