Ahrensburgs
SozialdemokratInnen:02.10.99 / Die SPD-Ahrensburg ist außerordentlich verwundert darüber, dass die Deutsche Bahn AG viel Geld investieren will, um damit mehr und attraktivere Verkaufsstellen im Bahnhofsbereich zu schaffen. Wobei sich das beauftragte Architekturbüro Westphal gar zu der Aussage hinreißen lässt, mit der schönen Eingangshalle sollen die Menschen zum Fahren mit der Bahn gelockt werden. Man könnte fast von einem Schildbürgerstreich sprechen. Dann haben wir zwar das attraktivste Bahnhofsgebäude in Schleswig-Holstein, aber alles andere befindet sich auf dem Niveau der 50-Jahre.
Schönredend ingnorieren CDU und Herr Eichelberg die tatsächlichen Missstände des ÖPNV-Angebots, die in der Öffentlichkeit seit langem immer wieder angemahnt und diskutiert werden: Zugausfälle, verdreckter Bahnhof, scheußliche und unbequeme Zugänge zu den Bahnsteigen, keine behindertengerechten Zugänge, nicht abgestimmte Fahrpläne, benutzerunfreundlichen Service, viel zu geringe Taktzeiten, die Liste ließe sich fortsetzen. Aber nicht diese nachweislichen Defizite unseres Bahnhofs stehen jetzt im Mittelpunkt, sondern ein Glasbau für Bank und Geschäfte. Park-and-ride-Anlage und Fußgängerbrücke zur Ladestraße sind ohnehin Projekte der Stadt Ahrensburg, die in keinem direkten Zusammenhang zu dieser, von CDU und Bahn AG vorgestellten Planung stehen.
Dazu sagt die SPD-Vorsitzende Gudrun Probst-Eschke: "Wir fordern die Bahn AG auf, ihre Investitionen so zu tätigen, dass in erster Linie die Anliegen des ÖPNV's berücksichtigt werden. Wenn jetzt Gelder für Investionen zur Verfügung stehen, dann müssen sie für bauliche Maßnahmen ausgegeben werden, die das Bahn fahren tatsächlich attraktiver, moderner und benutzerfreundlicher macht."
Die SPD-Fraktionsvorsitzende Ursula Ebert kündigt deshalb an, dass die SPD beantragen wird, die Stadt möge mit der Bahn AG und der Landesverkehrsservice-Gesellschaft verhandeln, dass bei den geplanten Investionen Service-Verbesserungen für die Bürger und Bürgerinnen, die den ÖPNV nutzen im Vordergrund aller Überlegungen stehen, wie z.B.: Sanierung des Bahnhofgebäudes, für Behinderte und Eltern mit Kleinkindern angemessene Zugänge zu den Gleisen, Angleichung der Höhen Bahnsteig/Zug, um bequem, sicher ein- und auszusteigen, eine moderne Anzeigetechnik, um rasch erfassen zu können, wo und in wieviel Minuten der nächste Zug in welche Richtung abfährt, eine verbesserte Lautsprechertechnik, ansprechende und sichere Treppenaufgänge, auf den Bahnsteigen ein gepflegtes Äußeres mit windgeschützen, regensicheren Wartebuchten, Sitzbänken etc. und einen sauberen Bahnhofsbereich.
Darüber hinaus fordern wir die Bahn AG und ihre Service-Gesellschaften auf, als Sofortmaßnahme kreativ und ernsthaft daran zu arbeiten, dass der häufige Zugausfall der S-4 unterbleibt, eine höhere Taktfolge im nächsten Fahrplan möglich wird und eine abgestimmte Fahrplangestaltung zwischen Bahn- und Busverkehr sichergestellt ist.
Gudrun Probst-Eschke
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