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Liebe Genossinnen, liebe Genossen,
mit der heutigen Jahreshauptversammlung gibt es in der personellen
Besetzung des Vorstands einen erheblichen Umbruch, 8 von 12 Genossinnen und Genossen
treten nach unterschiedlich langer Zugehörigkeit zum Vorstand heute nicht wieder an.
Liebe Andrea, lieber Christian, liebe Elisabeth, lieber Helmut, liebe
Kerstin, liebe Marleen, liebe Martina,
Euch möchte ich zunächst für die im Vorstand und im Ortsverein
geleistete Arbeit herzlich danken. Eure Arbeit in den verschiedensten Bereichen hat in den
vergangenen Jahren etwas bewirkt und sie wirkt weiter, als Grundlage für den neuen
Vorstand und für die politische Arbeit im Ortsverein in den nächsten Jahren.
Andrea Schulz kam als aktive
Landes-Jungsozialistin in den Ortsverein und packte sofort mit an, obwohl sie sich
gleichzeitig zu ihren Aktivitäten und Anstößen in der Jugend- und Umweltpolitik und der
dringend nötigen Unterstützung für die Ahrensburger und Stormarner Jusos erst einmal in
den Ortsverein einleben mußte. Herzlichen Dank, Andrea für Deine Arbeit im Vorstand und
im Ortsverein!(1998)
Kerstin Reimer hatte eigentlich
vor, sich richtig intensiv in die Ortsvereinsarbeit zu knien, sich vielleicht auch als
bürgerliches Mitglied der Fraktion einzuarbeiten. Leider mußte sie schon im Herbst
Ahrensburg aus beruflichen Gründen wieder verlassen. Aber auch in der kurzen Zeit ihrer
Zugehörigkeit zum Vorstand hat Kerstin sich für ihre Arbeitsbereiche eingesetzt.
Herzlichen Dank dafür!(1998)
Christian Ernst wurde erstmals
1996 in den Vorstand gewählt und hat sich dort vor allem um den Kontakt zu den Jusos,
für Jugendarbeit und das Waldgut Hagen eingesetzt. Christian hat sich viel Mühe gegeben,
uns allen die Vorteile neuer Technik im Computerbereich näherzubringen. Er hat gemeinsam
mit Andreas und mir die Mailbox aufgebaut und später die Internetpräsenz des Ortsvereins
unterstützt. Christian wollte jetzt für einige Monate nach Amerika gehen, um dort sein
Studium der Softwaretechnik zu vertiefen. Er wird sicherlich wieder nach Ahrensburg
kommen, und er wird sicherlich wieder in die SPD-Arbeit einsteigen. Herzlichen Dank,
Christian für Deine Arbeit im Vorstand und im Ortsverein!
Elisabeth Wittig hat seit 1995
im Vorstand mitgearbeitet und - obwohl sie immer wieder gesagt und auch bewiesen hat, daß
sie sich vor allem für Friedens- und Sicherheitspolitik, Kultur- und Bildungspolitik und
den Umgang mit ausländischen MitbürgerInnen interessiert und einsetzt - sie war dem
Vorstand lange Zeit eine ganz wichtige Stütze in der SeniorInnenarbeit, in der nicht
immer ganz einfachen Zusammenarbeit mit der AG 60Plus und bei der Gründung des
Ahrensburger Seniorenbeirats. Elisabeth hat sich trotz ihres hohen Alters und der
Notwendigkeit, ihre Enkel als Mutterersatz zu erziehen im Vorstand und im Ortsverein
engagiert beteiligt. Manch eines unserer Feste wäre ohne Elisabeths geduldige
Koordination nicht zustande gekommen. Dafür und daß Du uns immer wieder mal auf den
Boden zurückgebracht hast, wenn es mal hoch her ging, herzlichen Dank!
Auch Helmut Brejora ist seit 1995
dabei - die vielen Jahre Aktivitäten davor ohne Vorstandsmandat nicht mitgezählt. Seine
ruhigen und nachdenklichen Diskussionsbeiträge aus der Arbeitswelt, seine Bodenhaftung im
Betrieb haben uns im Vorstand oft genug abgehalten, zu sehr abzuheben. Er hat, was viele
schon nicht mehr für möglich hielten, den Schuppen auf Vordermann gebracht - oft
ziemlich allein mit der vielen Arbeit dort - und den Ortsverein für die Wahlkämpfe mit
immer genügend und reparierten Plakatständern und aufgefüllten Materialkartons fit
gemacht. Helmut, Du wirst uns fehlen, und wir hoffen darauf, daß Du - wie versprochen -
an der einen oder anderen Stelle weiter mit anpackst! Danke für die Arbeit, Helmut!
Marleen Möller hat 1995 das
erste Mal für den Vorstand kandidiert und sich als erstes die Mitgliederkartei
vorgenommen, um einen schlagkräftigen Verteiler für die Ahrensburger Rundschau
aufzubauen - bei den Wahlkämpfen des letzten Jahres war diese Arbeit im wahrsten Sinne
Gold wert. Fünf Ausgaben der Ahrensburger Rundschau wurden so wieder von Genossinnen und
Genossen verteilt, nachdem wir die AR lange Zeit teuer über den Markt verteilt hatten.
Marleen hat für den Kreistag kandidiert und den Wahlkreis direkt
gewonnen. Neben Margot Sinning sind nun zwei Ahrensburger Sozialdemokratinnen auf dieser
Ebene tätig. Herzlichen Dank, Marleen, daß Du uns trotz erheblicher Verpflichtungen auf
Kreisebene während des Bundestagswahlkampfes weiter unterstützt hast. Wir setzen darauf,
daß Du eine NachfolgerIn in die Kunst der Überredung etwa träger Genossinnen und
Genossen zum Zeitungsaustragen einführst.
Martina Moede ist seit 1993 im
Vorstand tätig gewesen, zuletzt als stellvertretende Vorsitzende. Martina hat ihr breites
berufliches Wissen in die Vorstandsarbeit eingebracht, hat unverdrossen versucht, mehr und
jüngere Frauen für die Arbeit in der SPD zu werben und hat bei einigen Kulturbanausen im
Ortsverein Entwicklungsarbeit geleistet. Martina ist (wieder) in der Ausbildung, braucht
dafür Kraft und Zeit. Herzlichen Dank für Deine Arbeit, wir hoffen, daß Du irgendwann
wieder dabei bist.
Felix Welti hat schon sehr früh
mit der politischen Arbeit in Ahrensburg begonnen. Als Vertreter der SchülerInnen seiner
Schule, auf Landes- und auf Bundesebene, als aktiver Juso seit 16 Jahren im Ortsverein, im
Kreis und im Land, im Kreisvorstand, als Mitglied von ProMS-Nord, als Förderer und Autor
der spw, der Zeitschrift für sozialistische Politik und Wirtschaft, als Vorstandsmitglied
und zuletzt 4 Jahre als Ortsvereins-Vorsitzender hat er es immer verstanden, seine
politische Scharfsicht und analytische Kraft für den Fortschritt in unserer Partei, für
die Schärfung unserer Programmatik und die Verbesserung unserer Position bei Wahlen
einzusetzen. Felix hat vielen von uns zu Einsichten verholfen, die wir ohne ihn nicht so
leicht erreicht hätten.
Ich habe ein wenig in den alten Unterlagen, infos und Protokollen
gewühlt und das eine oder andere zu Tage gebracht. Aus einem 23 Punkte umfassenden
Fragenkatalog an mich für ein Interview im Herbst 1982 anläßlich meiner ersten
Landtagskandidatur möchte ich ein paar Fragen zitieren, aus denen bereits die Breite der
Politikfelder deutlich wird, die Felix auch seither immer wieder in den Mittelpunkt seiner
Arbeit gestellt hat.
Nach allgemeinen Fragen fragte Felix:
`4. Mit welchen Veränderungen könnten Mieter rechnen?
5. Welche Veränderungen ergäben sich in der Schulpolitik?
6. Würden die Kindergartengebühren gesenkt werden?
7. Würden die Schülervertretungen bessere Arbeitsbedingungen
bekommen?
8. Bekäme Stormarn eine Gesamtschule?
9. Würde '104 (2) SchulG aufgehoben, der dem Schulleiter Zensur von
Schülerzeitungen ermöglicht?
11. Würde SH zur atomwaffenfreien Zone?, und
19. Wäre es im Falle Ihrer Wahl noch standesgemäß, am
Gartenholz-Kremerberg zu wohnen?"
Felix hat in seiner frühen politischen Arbeit gemeinsam mit den
Ahrensburger und Stormarner Jusos auch nicht vor manchmal provokanten Aktionen
zurückgeschreckt. Vielen von uns ist noch Erinnerung, wie er in einer Mülltonne - dem
Bad des kleinen Mannes - für den freien Zugang zum Badlantic demonstrierte.
Felix hat auch in schwierigsten Zeiten - ich erinnere an den Streit
1995 und 96 um den damaligen Kreisvorsitzenden - beharrlich und manchmal fast stoisch
seine Arbeit gemacht. In dieser zum Teil chaotischen Zeit hat er neben vielem anderen die
bis dahin etwas verstaubt und ritualisiert ablaufende Olof-Palme-Friedenspreis-Verleihung
durch neue Inhalte und Abläufe aufgefrischt und geholfen, den Olof-Palme-Friedenspreis
auch für Gruppen zu öffnen, deren friedenstiftendes Wirken nach innen, in die
Gesellschaft hinein vorbildlich und preiswürdig ist.
In seiner Arbeit im Vorstand, vor allem als Vorsitzender seit dem März
1995, hat Felix großen Wert darauf gelegt, die politische Arbeit des Ortsvereins an
programmtischen Zielen zu orientieren - und dabei waren ihm nach meiner Beobachtung das
Kommunalwahlprogramm und das Grundsatzprogramm die wichtigsten - und es war ihm immens
wichtig, die Arbeit gründlich vorzubereiten, zu strukturieren und zu planen. Das schaffte
neben klarer Zielorientierung auch Verbindlichkeit. Und die war dem einen oder der anderen
im Ortsverein ein bißchen unheimlich, denn wer eine Aufgabe übernommen hatte, der wurde
auch einmal oder öfter daran erinnert, sie doch zeitgerecht fertigzustellen.
Hilf- und umfangreiche Materialien für die übernommenen Aufgaben gab
es von Felix in Form von Thesen- und Arbeitspapieren sowie von Kopien wichtiger
Zeitungsausschnitte zur Genüge.
So waren mancher Einladung zu Vorstandssitzungen nach einer
Tagesordnung von ca. 12 Punkten ein Adressenverzeichnis, die Auschußbesetzung der
Fraktion, eine Übersicht über Ausschußsitzungen bis zum Jahresende oder Kopien
wichtiger Zeitungsausschnitte beigefügt.
Nicht allen GenossInnen war es immer möglich, sich zur Vorbereitung
von Vorstandssitzungen, Versammlungen oder Klausurtagungen zu gründlich vorzubereiten,
daß sie alle von Felix gelieferten Materialien durchlesen konnten.
Gleichzeitig war es Felix wichtig, möglichst allen GenossInnen des
Ortsvereins die Möglichkeit zur Beteiligung zu ermöglichen. So wurden auf seinen
Vorschlag hin wichtige Ortsvereinsversammlungen auch einmal am Samstag-Nachmittag
durchgeführt.
Neben programmatischer Arbeit, auf die ich gleich noch einmal zu
sprechen komme, wurden Themen aus allen Politikfeldern behandelt:
- Jugend-Beruf-Zukunft
- Bäderkonzept in Ahrensburg
- Leben in Wulfsdorf
- Ökologische Steuerreform
- Kreisaltenheim und Rettungsdienst
- Neue Wege in der Drogenpolitik
- Zusammenarbeit mit Nachbargemeinden
- Neue Medien
- Zukunft des Speichers
- Zusammenleben mit ausländischen MitbürgerInnen in Ahrensburg
- Stadtentwicklung
- Rentenversicherung
- Kommunalpolitik 2010
- Neue Beteiligungsformen in der Kommunalpolitik
- Wahlalter 16
...
Felix hat an sich und andere hohe Ansprüche gestellt, damit auch
manche verprellt, andere aber mitgezogen und - das ist wohl das Allerwichtigste - mit zum
Erfolg geführt.
Keine Kommunalwahl, an der ich seit 1978 in Ahrenburg in irgendeiner
Form beteiligt war, ist so gründlich und so zielorientiert auf Sieg vorbereitet worden,
wie die erfolgreichen Wahlen im Jahr 1998.
Mit einer Klausurtagung zwischen Fraktion und Vorstand begann bereits
im Juni 1995 die Vorbereitung. Die Arbeitsgruppe Ahrensburg 2010 gab sich ein themen- und
zeitlich gegliedertes Programm, das im Herbst 1997 mit dem Beschluß des
Kommunalwahlprogramms und der Aufstellung der KandidatInnen abgeschlossen wurde. Das
Ergebnis der Wahlen ist bekannt, Felix' Arbeit hat einen wesentlichen Anteil daran.
Neben dieser so nur kurz umrissenen Arbeit in den Gremien der
Stormarner und Ahrensburger SPD und der `Über-den-Tag-Hinaus-Arbeit' bei ProMS und der
spw hat Felix sich für internationale Begegnungen und Verständigung zwischen jungen
Menschen eingesetzt. Er hat Kontakte zu jungen Menschen in Esplugues, zu jungen
Sozialisten in Belarus geknüpft, Workcamps mitorganisiert und selbst auch in WorkCamps
mitgearbeitet, wie dem in Belarus 1994, das sich die Erhaltung einer
Partisanen-Gedenkstätte zur Aufgabe gemacht hatte.
Felix ist einer der wenigen, auf die der oft nicht wirklich ernst
gemeinte Spruch `Er hat sich um die Partei verdient gemacht!' voll und ganz zutrifft -
zumal bei ihm keiner auf den Gedanken käme, damit ginge sein politisches Leben dem Ende
zu.
Wir werden weiter von Felix hören!
Danke Felix, für Deine Arbeit im Ortsverein, in der SPD und für
Ahrensburg!
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