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info Juni 2007
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104. Jahrgang
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Liebe Genossinnen, liebe Genossen, |
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mit diesem info laden wir ein zur
Ortsvereinsversammlung zum Grundsatzprogramm. In einer kleinen
(sehr kleinen) Arbeitsgruppe haben Jochen Proske und Harald Düwel
eine Entschließung vorbereitet, über die wir während der
Ortsvereinsversammlung diskutieren und abstimmen wollen. Außerdem
liegt ein Antrag vor, die von Michael Müller (parl.
Staatssekretär im Umweltministerium und MdB) verfasste Präambel
für das neue Grundsatzprogramm zu unterstützen. Weitere Anträge
aus der Mitgliedschaft haben uns bis zum Redaktionsschuss dieses
info nicht erreicht.
Unsere Veranstaltung zum neuen Schulgesetz war
ein voller Erfolg - lest mehr darüber weiter unten.
Es wäre schön, wenn aus dem Ortsverein
Vorschläge zur Durchführung weiterer Veranstaltungen der Reihe
"Forum Ahrensburg 2010" kämen.
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Welche Themen sollen wir ansprechen?
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Wer macht mit bei der Vorbereitung?
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Wer stellt Plakate auf und baut sie wieder
ab?
A propos Plakate: Nachdem der Großteil unserer
Stellschilder verschwunden ist (wir haben nur noch ca. 25
A1-Plakate) haben wir im Schuppen neue Schlösser eingebaut und
sind dabei, neue Stellschilder zu bauen. Leider fanden sich zum
lang angekündigten Schuppentermin am 9. Juni nur zwei Genossen
ein. Wir werden gleich nach dem Sommerferien einen weiteren
Nachmittag zum Selbstbau von insgesamt 100 Stellschildern
"anbieten".
Wir hoffen auf eine lebhafte Diskussion während
unserer Ortsvereinsversammlung.
Für den Vorstand grüßt Euch
Konrad Nabel |
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Inhalt |
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Einladung zur
Ortsvereinsversammlung |
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Das neue Grundsatzprogramm
Donnerstag, 21. Juni, 19:30 Uhr bei Strehl am Freibad,
Reeshoop, Ahrensburg
Vorschlag zur Tagesordnung:
1. Begrüßung und Wahl einer Versammlungsleitung sowie einer
Zählkommission
2. Anträge zum Grundsatzprogramm und Diskussion
3. Wahl von 9 Delegierten zum Kreisparteitag am 28.08.07
4. Verschiedenes
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Forum Ahrensburg 2010: Lernen in Ahrensburg
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Über 50 Interessierte hatten sich zum Forum
"Lernen" im Ahrensburger Rathaus-Foyer eingefunden, wo
Fachleute und Betroffene auf Einladung der SPD die Schulsituation in
Ahrensburg nach dem neuen Schulgesetz intensiv miteinander
diskutierten.
Nach kurzen Eingangsstatements der Podiumsteilnehmer wurde in der
Diskussion schnell deutlich, dass die Mehrheit der anwesenden Eltern
und Vertreter einiger Ahrensburger Schulen sich für die Einrichtung
einer Gemeinschaftsschule im Schulzentrum aussprachen.
Unterschiedliche Meinungen gab es zum weiteren Bestehen eines
eigenständigen Gymnasiums am Heimgarten.

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Lesen Sie hier
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Vorbereitungen für die Kommunalwahl am 25.05.08
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Neben Kandidatinnen und Kandidaten und dem
Entwurf für ein Wahlprogramm werden für die Kommunalwahl am 25.
Mai 2008 natürlich auch genügend Stellschilder benötigt.
Selbst ist die Genossin und der Genosse: Wir
hatten geladen zum Stellschilder-Bau und keiner kam (außer Jochen
und Konrad). Es gibt nach diesem Arbeitseinsatz noch eine ganze
Menge zu tun, und wir werden gleich nach den Sommerferien zu einem
weiteren Termin einladen!
Wer macht mit?

PS: Auch zur Vorbereitung für das Sommerfest am
25.08. werden noch zahlreiche helfende Hände gesucht. |
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SPD-Fahrdienst |
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Mitfahrgelegenheiten!
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Impressum |
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info für Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten in Ahrensburg
Herausgeber: Ortsverein Ahrensburg, Konrad Nabel, tel. 52736
erscheint ca. 10 x im Jahr,
Auflage: 250, Copyland, Ahrensburg
Schreiben, Layouten, Kopieren, Falten und Eintüten dieses info hat wieder einmal ca. 12
Stunden ehrenamtliche Arbeit gekostet.
Dank an die Legetruppe! |
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Entschließung
des SPD-Ortsvereins Ahrensburg |
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In einer sich wandelnden Welt ist es Aufgabe des
Grundsatzprogramms, eine Idee für das Zusammenleben der Menschen in
Deutschland, in Europa und in der Welt zu formulieren. Diese Idee
resultiert aus den Grundwerten unserer Partei: Freiheit,
Gerechtigkeit und Solidarität. Daher kann auf eine präzise
Formulierung dieser grundlegenden Werte und der daraus
resultierenden Vision für ein besseres Zusammenleben nicht
verzichtet werden.
Die Beschreibung sozialdemokratischer Positionen in
einzelnen Politikfeldern wie z.B. der Familien- und Sozialpolitik,
der Außen- und Sicherheitspolitik oder der Umweltschutz- und
Nachhaltigkeitspolitik hat sich logisch und stringent aus den
grundsätzlichen Aussagen zur Idee der Sozialdemokratie und aus den
Grundwerten zu ergeben. Ebenso folgt die Definition der Rolle des
Staates und der Gesellschaft in Abgrenzung zur Verantwortung des
Einzelnen / der Einzelnen aus den Grundsätzen.
Daher fordern wir ein Grundsatzprogramm,
-
das eindeutig und klar verständlich die Idee
der Sozialdemokratie formuliert,
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das radikal und begeisternd ist ,
-
das so kurz wie möglich und so breit wie
nötig diese Idee darlegt,
-
das sich logisch und stringent aus der
Grundidee und den Grundwerten der SPD ableiten lässt.
Der vorlegte sogenannte Bremer Entwurf wird
abgelehnt,
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weil er nicht eindeutig und nicht verständlich
ist
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weil er ein Produkt von zusammengestellten
Einzelmeinungen darstellt
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weil er viel zu lang ist
-
weil er nicht logisch ist, weil er sich im Text
widerspricht, weil die Positionen zu einzelnen Politikfeldern
nicht Konsequenz aus den Grundlagen sind, sondern den Charakter
eines Versandhauskataloges besitzen.
Wir fordern ein Grundsatzprogramm, das Antwort gibt
auf die Herausforderungen der Gegenwart und der Zukunft. Wir wollen
ein Grundsatzprogramm, das Ernst macht mit der Idee einer anderen
Welt, die möglich und nötig ist, einer Welt, in der die Menschen
frei und solidarisch in Gerechtigkeit leben können. Wenn es unserer
Partei nicht gelingt, bis zum Bundesparteitag einen
dementsprechenden neuen Entwurf hervor zu bringen, dann fordern wir
die Verschiebung der Beschlussfassung.
Begründung erfolgt mündlich. |
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... eindeutig und klar verständlich
die Idee der Sozialdemokratie formulieren ... |
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Ernst machen mit der Idee einer
anderen Welt |
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Unser Ziel: Eine
nachhaltige Zukunft |
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Der nachfolgende Text (Entwurf Michael Müller)
soll die bisherige Präambel ersetzen.
Unser Ziel: Eine nachhaltige Zukunft
Das ist die Herausforderung unserer Zeit: Das 21.
Jahrhundert wird entweder ein Jahrhundert der Nachhaltigkeit, das
allen Menschen mehr Wohlfahrt, Gerechtigkeit und Demokratie
eröffnet. Oder es wird ein Jahrhundert der Verteilungskämpfe und
Gewalt, die sich bereits in alten und neuen Formen zeigen. Wir
Sozialdemokraten kämpfen für eine Zukunft der Nachhaltigkeit. Sie
verwirklicht Frieden und Freiheit, soziale Gerechtigkeit und den
Schutz der natürlichen Umwelt.
Wir leben in einer Zeit großer Möglichkeiten,
aber auch ungekannter Gefahren. In jeder Krise gibt es auch neue
Chancen. Unser Weg in ein gutes und gelungenes Leben heißt
Nachhaltigkeit. Sie stärkt die Innovationskräfte der Wirtschaft
und verbindet sie mit sozialer Gerechtigkeit und dem Schutz der
Natur. Nachhaltigkeit ist die Antwort der modernen Sozialdemokratie
auf die Herausforderungen der Globalisierung. Sie ist eine
Erweiterung unserer Idee der sozialen Demokratie, die das letzte
Jahrhundert geprägt und den Menschen Sicherheit und Wohlfahrt
gegeben hat. Für diese Ziele stehen wir auch heute.
Mit der Globalisierung verschmilzt die Welt immer
mehr zu einem einzigen Markt. Das Kapital ist grenzenlos und lässt
die Demokratie, die Bürgerinnen und Bürger, sogar große Teile der
Wirtschaft in den Nationalstaaten zurück. In dem globalen
Kapitalismus haben sich in den letzten Jahren Rücksichtslosigkeit
und Kurzfristigkeit im Handeln aus. Weltweit schreitet die
Zerstörung der Natur voran, in vielen Gesellschaften nimmt die
Ungleichheit zu. Auch unser Land droht aus der sozialen
Marktwirtschaft eine bloße Marktgesellschaft zu werden.
An dieser Weichenstellung sind besonders wir
gefordert, unserer geschichtlichen Verpflichtung gerecht zu werden.
Am Anfang unserer Geschichte stand der Kampf für eine bessere und
friedliche Gesellschaft. Wir haben die Verhältnisse nicht
hingenommen, sondern sie gestaltet. Das brachte den Menschen mehr
Freiheit, mehr Sicherheit und mehr Wohlstand. Auf diese Erfolge sind
wir stolz. Auch heute ist die soziale Bändigung des Kapitalismus,
der globaler, mächtiger und anonymer geworden ist, der politische
und moralische Auftrag der Sozialdemokratie.
Wir haben den Ernst der Lage begriffen: Auf dem
Spiel stehen ein menschenwürdiges Leben, der Friede auf der Welt
und nicht zuletzt die Bewohnbarkeit unseres Planeten. Doch wir
müssen neue Wege gehen, um unsere Ziele zu verwirklichen, denn die
alte Formel „Wachstum löst alle Probleme" hilft nicht mehr.
Der enge Zusammenhang zwischen Wachstum, Beschäftigung und
Verteilung, der in den letzten Jahrzehnten viele Probleme
entschärfen konnte, gerät an soziale und ökologische Grenzen des
bisherigen Wachstums.
Die Idee der Nachhaltigkeit schafft neue
Voraussetzungen für mehr Freiheit, Frieden und Wohlstand. Statt
sich den globalen Zwängen anzupassen, wendet sich Nachhaltigkeit
gegen die Gleichschaltung der Welt. Sie bewahrt die Vielfalt der
Kulturen. Sie fördert Fairness, Partnerschaft und Kooperation,
statt die Welt zu spalten und Gewalt zu verursachen.
Am Beginn einer neuen Epoche
Wir erleben die Geburtsschmerzen einer neuen
Epoche. Die Leitidee der Nachhaltigkeit eröffnet die Perspektive
eines neuen Fortschritts, der allen Menschen die gleichen Rechte und
die gleiche Würde gibt, die Freiheit erweitert und auch künftigen
Generationen ein gutes Leben ermöglicht.
Wir streiten für eine Kultur des neuen und
qualitativen Wachstums im Sinne der Nachhaltigkeit. Das ist mehr als
bloßes Wachstum, mehr als die Nutzung der Technik, zumal wie die
Atomkraft zeigt - wir nicht alles tun dürfen, was machbar ist.
Nachhaltigkeit fordert von uns eine große Gemeinschaftsanstrengung,
an der sich alle beteiligen sollen, die aber auch allen zu gute
kommt. Die technischen, wirtschaftlichen und kulturellen
Möglichkeiten sind vorhanden, um unser Land zu erneuern und Europa
zu stärken.
Nach dem Ende der zweigeteilten Welt ist die
Verständigung auf eine gemeinsame Sicherheit, auf ein gemeinsames
Überleben und auf eine gemeinsame Zukunft die unverzichtbare
Grundlage für Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität. Das sind
die Grundwerte der deutschen und der internationalen
Sozialdemokratie, um auch unter den Bedingungen der Globalisierung
zu einem guten Leben zu kommen.
Willy Brandt hat Recht: Neuer Fortschritt ist
möglich, wenn wir ihn wollen und wenn wir für ihn kämpfen. Diese
Überzeugung gewinnen wir aus dem Glauben an die Menschen, an ihren
Sinn nach Gerechtigkeit, an ihrem Streben nach Freiheit sowie an
ihrer Fähigkeit, eine Zukunft zu gestalten. Wir glauben an die
Kraft der Freiheit und Gerechtigkeit, denn die Geschichte hat
gelehrt, dass nicht Systeme, sondern Menschen die Verhältnisse
ändern.
Deshalb ist und bleibt die Botschaft der
Sozialdemokratie, dass wir individuelle Freiheit mit der
Verantwortung für das Gemeinwesen verbinden, um Fortschritt zu
verwirklichen. Eine starke Sozialdemokratie ist überall auf der
Welt die große Hoffnung der Menschen. |
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Unser Ziel: Eine nachhaltige Zukunft |
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Am Beginn einer neuen Epoche |
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Ein Jahrhundert der Ökologie
Nachhaltigkeit bewahrt unser soziales Erbe, geht
aber neue Wege. Das 20. Jahrhundert war geprägt von der Idee des
Sozialstaates. Er konnte durch mehr Verteilungsgerechtigkeit in
vielen Gesellschaften Ausgrenzung, Armut und Arbeitslosigkeit
zurückdrängen.
Wegweisend für mehr Freiheit, Gerechtigkeit und
Solidarität war die soziale Marktwirtschaft. Mit ihr wurde die SPD
zur Volkspartei. Ihr gelang es, verbindliche Regeln zugunsten des
Gemeinwohls zu setzen. Das zahlte sich für alle aus, durch eine
gute Infrastruktur, hohe Innovationskraft und qualifizierte
Arbeitnehmer auch für die Wirtschaft.
In den letzten Jahrzehnten kam es jedoch zu
technologischer Arbeitslosigkeit und Auszehrung des Naturkapitals.
Arbeit wurde durch Technik ersetzt und das Naturkapital immer
stärker ausgeplündert. Die Folgen sind gespaltene Gesellschaften
und ökologische Gefahren. Deshalb wird die sozial- und
umweltverträgliche Modernisierung von Wirtschaft und Gesellschaft
zur Schlüsselfrage unseres Jahrhunderts. Dies ist nicht nur für
unser Land wichtig. Damit stärken wir auch Europa und setzen in der
Welt ein Zeichen, dass ein dauerhafter Fortschritt möglich ist.
Andernfalls wird die rasante Industrialisierung
bevölkerungsreicher Schwellenländer wie China oder Indien zur
nachholenden Naturzerstörung. Die zunehmende Knappheit endlicher
Energie und Rohstoffe wird massive Verteilungskonflikte auslösen,
die Wirtschaftskrisen und sogar Kriege zur Folge haben können. Vor
allem der Klimawandel stellt menschliches Leben radikal in Frage,
denn mit dem Anstieg der Temperaturen werden ganze Landstriche
unbewohnbar, sterben Tiere und Pflanzen aus, nehmen Hunger und
Wasserknappheit zu, werden weltweit große Flüchtlingsströme
ausgelöst.
In dieser planetarischen Notsituation übernehmen
wir Verantwortung. Wir streiten in Deutschland und Europa für eine
sozial-ökologische Marktwirtschaft, in der das schrumpft, was nicht
sozial- und umweltverträglich ist. Und in der das schnell wächst,
was die Wohlfahrt und Leistungskraft unseres Landes steigert, ohne
die natürlichen Lebensgrundlagen zu schädigen und die soziale
Gerechtigkeit zu verletzen.
Das ist eine gewaltige Kraftanstrengung. Wir wollen
den technischen Fortschritt auf die ökologische Modernisierung
lenken. Wir festigen den sozialen Zusammenhalt der Gesellschaft,
weil wir ein Bündnis von Arbeit und Umwelt schließen. Und wir
nehmen alle Menschen mit, weil wir den Umbau sozial verträglich
organisieren. Dafür werben wir um einen breiten Konsens in unserer
Gesellschaft.
Die gute Nachricht ist: Wenn wir uns verständigen,
eröffnen sich für Europa einmalige Chancen für Wohlstand und
Arbeit, für Frieden und Sicherheit, für gemeinsame Werte und
moralische Autorität. Wir geben ein Beispiel, das überall in der
Welt Anerkennung und Nachahmung finden wird.
Wir sind in der Lage, sowohl Arbeitslosigkeit als
auch die Naturzerstörung zu überwinden. Wir können die Energie-
und Rohstoffproduktivität drastisch steigern und zugleich die
Nutzung der erneuerbaren Energien und nachwachsenden Rohstoffe
schnell ausbauen. Das wird überall in der Welt ein Vorbild sein.
Künftig werden nur die Volkswirtschaften stark
sein, die in eine höhere Qualität der Arbeit investieren und die
ökologisch verträglich sind. Der pflegliche Umgang mit dem
Naturkapital und die bessere Nutzung der menschlichen Fähigkeiten,
das sind die Grundlagen der sozial-ökologischen Marktwirtschaft. Im
ersten Schritt wollen wir den Energie- und Rohstoffumsatz in den
nächsten 30 Jahren halbieren und, so schnell es geht, die
energetische Nutzung fossiler Brennstoffe beenden.
Mehr noch: Die Wissensgesellschaft befähigt uns,
die staatlichen Institutionen zu modernisieren und die
Zivilgesellschaft zu stärken: mehr Innovationen und Kreativität;
mehr Partnerschaft und Anerkennung für einen
verantwortungsbewussten und fairen Umgang mit unserer sozialen und
natürlichen Umwelt. Mit uns wird es keine Privatisierung der
großen Zukunftsrisiken geben.
Wir stärken Freiheit und Gemeinwohl. Wir sind die
Wegbereiter der Nachhaltigkeit national, europäisch und
international. Dafür suchen wir zukunftsweisende Allianzen - mit
der Wirtschaft, der Wissenschaft und den gesellschaftlichen Gruppen,
die Mut machen und Zuversicht geben. |
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Ein Jahrhundert der Ökologie |
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Für einen neuen Gesellschaftsvertrag
Die kapitalistische Dynamik verdankt ihre Kraft
starken Partikularinteressen. Diese sind legitim. Aber in unserer
Welt, in der alle Menschen von Nord bis Süd, in Ost und West
aufeinander angewiesen sind, darf niemand nur den eigenen Vorteil
sehen. Wir brauchen die Bereitschaft der Menschen, sich am
Gemeinwohl zu orientieren.
Die Zukunft muss nicht negativ aussehen, doch wir
benötigen eine neue Lernkultur, mehr Erfindergeist und eine gesunde
Mischung aus Solidarität, Verantwortungsbewusstsein und
Eigeninteresse. Die Chancen, die Würde des Menschen zu bewahren und
seine großen Fähigkeiten besser zu nutzen, sind da, denn in der
Wissensgesellschaft rückt der Mensch wieder stärker ins Zentrum.
Darauf setzen wir: Teamfähigkeit, Qualifizierung,
Mitgestaltung und Mitverantwortung, Kreativität und Motivation, um
in eine gute Zukunft zu investieren. Wir setzen auf die Stärken
unseres Landes, auf qualifizierte Arbeitnehmer, auf Ingenieure und
Techniker, auf Wissenschaftler und Forscher, auf Gemeinsinn und
Verlässlichkeit.
Die Herausforderungen gehen über die nationale
Politik hinaus. Auch deshalb bekennen wir uns zu dem großen Projekt
Europa. Die Europäische Union, die nach der Katastrophe der
europäischen Kriege, das Zusammenwachsen der Staaten vorangetrieben
hat, bietet großartige Chancen, um wirtschaftliche Dynamik, soziale
Sicherheit und ökologische Verträglichkeit gemeinsam und in
Frieden zu gestalten. Deshalb arbeiten wir daran, dass die
Europäische Union zu einer Union der Nachhaltigkeit wird,
beispielgebend und ermutigend für die zusammenwachsende Welt.
Wie schon bei der Friedens- und Entspannungspolitik
wollen wir uns mit unseren Nachbarn verständigen, wie wir leben
wollen: über Freiheit und Sicherheit, über soziale und
wirtschaftliche Normen, über kulturelle Vielfalt, über die
Bewahrung der Schöpfung und die Entfaltung der Demokratie.
Internationale Solidarität gehört zu den Grundüberzeugungen der
SPD, um Unheil zu verhindern, Frieden, Freiheit und Fortschritt zu
ermöglichen.
Unser Ideal ist ein sinnvolles und gelungenes
Leben. Gerechte und demokratische Rahmenbedingungen erwachsen nicht
aus technischer Beherrschung, ökonomischer Dominanz oder
militärischem Zwang, sondern aus einem fairen Gesellschaftsvertrag
zwischen den unterschiedlichen Interessen.
Nur in einer Balance von Kooperation und
Opposition, auch, wenn es erforderlich ist, von Rebellion, kommen
wir zu einem guten Regieren. Niemand hat eine gute Zukunft, wenn er
sich nur von Egoismus und Gewinninteressen leiten lässt. Jede gute
und leistungsfähige Wirtschaft braucht die soziale und ökologische
Einbettung. Dafür gibt es keine unsichtbare Hand, die alles von
selbst zu Wege brächte. Das muss die Politik leisten.
Die Menschen brauchen Wurzeln, Orientierung und
Hoffnung. Sie wollen wissen, wohin sie gehören, wohin der Weg
führt und wer für sie einsteht. Starke und kompetente Menschen und
das Netz der Solidarität gehören für die Sozialdemokratie
zusammen. Wir setzen das um in der Idee der Nachhaltigkeit, in
Deutschland und in Europa. Damit verhindern wir Unfrieden und
Gewalt. |
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Für einen neuen Gesellschafts-
vertrag |
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