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In diesem Jahr haben wir viele
Genossinnen und Genossen für langjährige Mitgliedschaft zu ehren.
Leider konnten nicht alle kommen. Wir werden aber allen nicht
anwesenden JubilarInnen die Urkunde und die Nadel persönlich
überbringen.
Ihr wisst ja, wir haben auch in den
vergangenen Jahren nicht jedes Mitgliedsjubiläum zum Anlass
genommen, sondern uns darauf beschränkt, die Genossinnen und
Genossen zu ehren, wenn sie 25 Jahre lang dabei sind, dann bei 40,
50 und 60-jähriger Mitgliedschaft.
In den vergangenen Jahren konnten
wir auch Genossinnen und Genossen ehren, die 70 oder sogar 75 Jahre
der Partei die Treue gehalten haben.
Im Jahr 2002 konnte leider keine
Mitgliederehrung durchgeführt werden, und ausgerechnet in diesem
Jahr hätte unser Genosse Curd Denker für die 70-jährige
Mitgliedschaft geehrt werden sollen.
Aus welchem Grund auch immer - und
wir wollen ja auch nicht nachtragend sein - ist in den letzten
beiden Jahren versäumt worden, diese Ehrung nachzuholen.
Deshalb - lieber Curd - ist die
erste Ehrung heute eine ungewöhnlich und deshalb besondere:
Wir ehren Dich für Deine Ausdauer
in der SPD über 73 Jahre

Ehrung für 73 Jahre
Parteizugehörigkeit: Curd Denker
1932 stand Deutschland um diese
Jahreszeit zwischen zwei Reichstagswahlen.
Bei der vorgezogenen Neuwahl des
Reichstags am 31.07. wurde die NSDAP mit 37,8% der Stimmen zur
stärksten Partei Deutschlands, und Hermann Göring wurde zum
Präsidenten des Reichstags gewählt. Im September kam es dort zum
Eklat mit Kanzler von Papen und zur erneuten Auflösung des
Reichstages.
Am 06.11. wurde erneut gewählt,
wieder wurde die NSDAP stärkste Partei.
Dem voraus gegangen waren
dramatische Ereignisse:
-
Im Januar hatte Adolf Hitler
(NSDAP) vor dem Düsseldorfer Industrieclub unter dem Beifall
der Mehrheit der anwesenden Wirtschaftsführer erklärt, die
Überwindung des parlamentarischen Systems sei die wichtigste
Voraussetzung zur Beseitigung der wirtschaftlichen Krise.
-
Die Arbeitslosenzahl stieg im
Februar auf über 6 Millionen.
-
In zahlreichen Landtagswahlen
in ganz Deutschland wurde die NSDAP stärkste Partei.
-
Im April wurde Paul von
Hindenburg im zweiten Wahlgang als Reichspräsident
wiedergewählt. Adolf Hitler hatte als Gegenkandidat im ersten
Wahlgang 37% der Stimmen erreicht .
-
Nach dem Rücktritt des
Kabinetts Brüning ernennt Hindenburg Franz von Papen zum
Reichskanzler.
-
Beim Altonaer Blutsonntag am
17. Juli 1932 kam es bei einem Werbemarsch der SA durch die
damals zur preußischen Provinz Schleswig-Holstein gehörende
Großstadt Altona zu gewalttätigen Auseinandersetzungen
zwischen Nazis und Kommunisten, bei denen 18 Personen erschossen
wurden. Dieser Vorfall wurde von Franz von Papen zum Anlass
genommen, die noch amtierende preußische Regierung in einem
Staatsstreich per Notverordnung im "Preußenschlag" am
20. Juli 1932 abzusetzen.
-
Schon 1932 war nicht mehr von
einer parlamentarischen Demokratie zu sprechen: Es wurden 66
Notverordnungen erlassen, denen nur fünf vom Reichstag
beschlossene Gesetze gegenüber standen.
Auch die im November folgende
Regierung von Schleicher war nur von kurzer Dauer, wir alle wissen,
dass Hitler am 30.01.33 Reichskanzler wurde und damit das
Schreckensregime der Nazis seinen 12-jährigen Lauf nahm.
Was war noch 1932?
-
Die erste Autobahn wurde
zwischen Köln und Bonn für den Verkehr freigegeben.
-
In Portugal kam der Faschist
Antonio de Oliveira Salazar an die Macht. Bis zur
Nelkenrevolution am 25. April 1974 dauerte die von ihm
eingeleitete Diktatur.
-
Im weiter schwelenden Konflikt
zwischen Japan und China besetzten die Japaner das
Chinesenviertel der zollfreien Stadt Shanghai.
-
In den USA wurde im Dezember
der Demokrat Franklin Delano Roosevelt neuer Präsident der USA.
-
Bei den III. Olympischen
Winterspielen In Lake Placid (USA) nahmen nur sieben Nationen
teil.
-
Der erste Farbdiapositivfilm
für Kleinbildkameras wurde von AGFA vorgestellt.
-
Am 20. Juli wurde übrigens
Otto Schily geboren und am 3. Oktober wurde der Irak unabhängig
von Großbritannien
-
Das erste Sulfonamid wurde
entdeckt.
-
Auguste Piccard stieg mit einem
Ballon 16.201 m hoch und war damit der erste Mensch in der
Stratosphäre.
-
In Ahrensburg musste 1932 die
Familie Schimmelmann ihr Schloß verkaufen, und das Inventar
wurde versteigert.
-
Werner Heisenberg erhielt den
Nobelpreis für Physik (für seine Arbeiten zur
Quantenmechanik).
Der Friedensnobelpreis wurde
übrigens nicht verliehen in diesem unfriedlichen Jahr 1932.

Ehrung für 60 Jahre Parteizugehörigkeit:
Ottilie Schumann, Ernst Wolter
Als am 01.07.1945 Ernst Wolter in
die gerade wieder gegründete SPD eintrat, hatte seit ca. einem
Monat der Alliierte Kontrollrat die Regierungsgewalt übernommen.
Die Deutschen wurden entnazifiziert, die verbliebenen Soldaten
interniert.
Am gleichen Tag wurden die drei
Berliner Westsektoren gebildet und in der sowjetischen
Besatzungszone die Volkspolizeit gegründet.
Es waren 400 mio Kubikmeter
Trümmer aufzuräumen (was einem Güterzug von 160.000 km Länge -
viermal um die Erde - entsprochen hätte). Die Arbeit wurde von vor
allem von den "Trümmer"-Frauen besorgt, weil Männer ja
fehlten. Jeder wiederverwertbare Ziegel wurde dabei handverlesen.
Über 16 mio Heimatvertriebene aus dem Osten des ehemaligen
Großdeutschen Reich drängten auf das Gebiet des verbliebenen
Deutschland und vergrößerten die Wohnungsnot.
Im Frühjahr 1945 hatten die
Aussichtslosigkeit des weiteren Kriegs, das von den Alliierten
fortgesetzte Bombardement auf die deutschen Städte und schließlich
der Einmarsch der Alliierten am 8. Mai endlich zur bedingungslosen
Kapitulation des Deutschen Reiches geführt und damit den Zweiten
Weltkriegs in Europa beendet.
Das Grauen war damit nicht vorbei.
Bei der Befreiung der Konzentrationslager durch die Eroberer bieten
sich diesen grauenhafte Bilder und Szenen, deren Ausmaß bis heute
nicht endgültig "verarbeitet" ist.
Der Abwurf US-amerikanischer
Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki in Japan am 6. bzw. 9.8.
beendete den Krieg auch dort.
Aber trotz aller Probleme:
Das Leben musste weitergehen, oder
besser: wieder aufgenommen werden.
Schon am 6. Mai war von Kurt
Schumacher und weiteren GenossInnen der Ortsverein Hannover der
Sozialdemokratischen Partei Deutschlands ins Leben gerufen und damit
die erste Keimzelle für den Wiederaufbau der SPD geschaffen worden.
Am 15. Juni folgte die Neugründung der SPD in Berlin.
Im Oktober 1945 wurde der
Kreisverband Stormarn der SPD von der britischen Militärverwaltung
genehmigt.
Bereits am 16.5. hatten 30 Berliner
Kinos wieder geöffnet, und am 26.5. gab es das erste Konzert der
Berliner Philharmoniker der Nachkriegszeit.
Seit Anfang Juni konnten in einigen
teilen Deutschlands wieder Gewerkschaften gebildet werden.
Am 26. Juni erfolgte die Gründung
der Vereinten Nationen in San Francisco als Nachfolgeorganisation
des Völkerbundes.
-
Aber die neuen Krisenherde sind
bereits entstanden: In Palästina protestieren die Araberstaaten
gegen jede weitere Einwanderung von Juden; jüdische Terroristen
starteten Aktionen gegen die britische Mandatsmacht.
-
Die Amerikaner besetzten Süd-
und die Russen Nordkorea.
-
In Vietnam putschte die Liga
zur Befreiung Vietnams unter Ho Chi Minh und rief in Hanoi am
2.9. die Demokratische Republik aus, die Franzosen entsandten
Militär dorthin und besetzten den Süden mit Saigon.
-
In China brach der offene
Bürgerkrieg zwischen der Kuomintang unter Tschiang Kai-schek
und den Kommunisten unter Mao Tse-tung aus. Die Amerikaner
unterstützten die Kuomintang mit etwa 15,000 Marines unter
General Marshall.
Die Potsdamer Konferenz vom 17.7.
schrieb die bereits in Jalta prinzipiell vereinbarten Absprachen
fest, insbesondere die Teilung Deutschlands.
Als Ottilie Schumann Anfang Oktober
1945 zur SPD kam, hatte die Demontage von Industriebetrieben in den
westlichen Besatzungszonen begonnen, waren die ersten Länder durch
Proklamation der Militärregierung gegründet, und seit kurzem hatte
der Rundfunksender NWDR (Nordwestdeutscher Rundfunk) den
Sendebetrieb aufgenommen. Schon am 1.8. hatte die
neugegründete"Frankfurter Rundschau" eine Lizenz
erhalten, und weitere Zeitungen folgten.
Der Schulunterricht wurde wieder
aufgenommen - die Banken hatten noch im Mai wieder geöffnet.
Noch im Oktober erfolgte die
Veröffentlichung des Schuldbekenntnisses der Evangelischen Kirche
in Deutschland, und das Deutsche Rote Kreuz richtete einen
Suchdienst zur Auffindung vermißter Personen ein.
Am 14.11. wurde das Internationale
Militärtribunal gegen 24 Kriegsverbrecher aufgenommen, das ab dem
20.11. in Nürnberg verhandelte.

Ehrung für 50 Jahre Parteizugehörigkeit:
Horst Strufe, Henry Bieber
Herausragendes innen- und
außenpolitisches Ereignis des Jahres 1955 war die Moskaureise des
Bundeskanzlers Konrad Adenauer. Die Sowjetunion zeigt Bereitschaft,
mit der BRD diplomatische Beziehungen aufzunehmen, und er erreicht
die Rückführung der letzte ca. 10.000 Kriegsgefangenen nach
Deutschland.
Die alliierten Dienststellen in der
Bundesrepublik Deutschland wurden aufgelöst. Es ist das Ende der
Besatzungszeit.
Während Österreich zu dieser Zeit
die volle Unabhängigkeit und Souveränität erhielt, wurden BRD und
DDR nur halbwegs souveräne Staaten, wobei die BRD am
Alleinvertretungsanspruch für ganz Deutschland festhielt.
Im März 1955 gaben Bundeskanzler
Konrad Adenauer und der dänische Ministerpräsident Hans Christian
Hansen die Bonn-Kopenhagener Erklärungen über die Rechte der
jeweiligen Minderheiten ab, die bis in unsere politische Gegenwart
eine wichtige Rolle spielen.
Am 9. Mai tritt die Bundesrepublik
Deutschland der NATO bei.
Der Warschauer Pakt wurde als
Militärbündnis des Ostblocks unter einem gemeinsamen Oberkommando
gegründet. Unterzeichnerstaaten waren neben der UdSSR: Albanien,
Bulgarien, Polen, Rumänien, die Tschechoslowakei und Ungarn. Die
DDR trat dem Vertrag später bei.
Mit der vom Generalsekretär der
KPdSU, Nikita S. Chruschtschow im Julia auf einer Kundgebung in
Ost-Berlin verkündeten Zweistaatentheorie war die Teilung
Deutschlands bis 1989 besiegelt.
Im September verkündete
Bundeskanzler Adenauer vor dem Bundestag die sogenannte
Hallstein-Doktrin, nach der die Bundesregierung keine diplomatischen
Beziehungen mit Staaten unterhalten könne, die die DDR anerkennen
(mit Ausnahme der Sowjetunion).
Die Bevölkerung des Saarlandes
lehnte im Oktober in einer Volksabstimmung mit 67,71% der Stimmen
das Saarstatut ab, das die politische Autonomie und die
wirtschaftliche Angliederung des Saarlandes an Frankreich vorsah.
Mit der Ernennungsurkunde der
ersten 101 Offiziere und Soldaten wurde im November 1955 die
Bundeswehr neu geschaffen, obwohl seit Jahren eine starke
Volksbewegung gegen die Wiederbewaffnung Deutschlands aktiv war.
Auch die SPD hatte sich gegen die Wiederbewaffnung gewandt.
Was war noch 1955?
-
Die Kultusminister der Länder
- außer Bayern - einigten sich zu Beginn des Jahres auf ein
Abkommen zur Vereinheitlichung des Schulwesens in der
Bundesrepublik. Das Schuljahr sollte einheitlich zu Ostern
beginnen, und die verschiedenen Bundesländer erkannten die
Abschlüsse gegenseitig an.
-
Seit 1955 dient das Schloss
Ahrensburg als Museum der schleswig-holsteinischen Adelskultur.
-
Das Goggomobil wurde als
neuester Kleinstwagentyp vorgestellt. Deutschland (West) stieg
um vom Motorrad auf das Auto.
-
Die Gefriertruhe hielt Einzug
in amerikanische Haushalte.
-
Der in der Schweiz erfundene
Klettverschluß wurde patentiert.
-
In Los Angeles an der
amerikanischen Westküste wird das erste "Disneyland"
eröffnet.
-
Bei Überschwemmungen in Indien
wurden etwa 45 Millionen Menschen obdachlos.
-
Caterina Valente mit "Ganz
Paris träumt von der Liebe" hielt wochenlang den 1. Platz
der Hitliste.
-
Hermann Hesse erhielt den
Friedenspreis des Deutschen Buchhandels.
-
Und im bundesdeutschen Wohnstil
setzte die Kultur der Nierentische, Schalensessel und
Tulpenlampen ein
Gestorben 1955:
-
8.4.: Der deutsch-amerikanische
Physiker Albert Einstein (*1879);
-
12.8.: der Schriftsteller und
Nobelpreisträger Thomas Mann (*1875);
-
der Schauspieler James Dean
(Verkehrsunfall, *1931).

Ehrung für 40 Jahre Parteizugehörigkeit:
Wilma Lau, Kaethe Kienel, Hermann Faak, Hanspeter Pepper, Eva-Maria
Rafailowitch
Im Jahr 1965 war die bundesdeutsche
Welt noch weitgehend in Ordnung. Die Zeit des Wiederaufbau und des
Deutschen Wirtschaftswunders ging zu Ende, die meisten Menschen
hatten Arbeit und ein Dach über dem Kopf. Zwar gärte es an schon
vielen Stellen, vor allem bei Studenten, in der Gesamtgesellschaft
aber blieb es noch ruhig, man wollte zurück in die
"Normalität", auch wenn es noch vieles aus dem Krieg und
der jüngsten Vergangenheit zu bewältigen gab.
Um die Prozesse gegen
Nazi-Verbrechen fortsetzen zu können, wurde die Verjährungsfrist
für Mord verlängert. Auf dem Gelände des ehemaligen
Konzentrationslagers Neuengamme bei Hamburg wurde die Gedenkstätte
für die Opfer der NS-Gewaltherrschaft eingeweiht.
Es gab auch nach vorn weisende
Signale:
So forderte die Evangelische Kirche
im Rahmen der Diskussion des Vertriebenenproblems eine Aussöhnung
mit den östlichen Nachbarn und eine Lösung der Oder-Neiße-Frage,
und das 1963 erstmals ausgehandelte Passierscheinabkommen zwischen
der DDR und Westberlin wurde verlängert.
Politisch sind aus diesem Jahr
sonst wenige Highlights zu vermelden.
Eine der wichtigsten politischen
Neuerungen diesen Jahres war dann auch die Einführung der
"Aktuellen Stunde" im Bundestag. Sie sollte der größeren
parlamentarischen Transparenz dienen und der Opposition bessere
Möglichkeiten bieten, aktuelle Themen im Plenum zu erörtern.
Außerdem verabschiedete der
Bundestag das "624-DM-Gesetz", mit dem ArbeitnehmerInnen
beim Sparen unterstützt werden sollten.
Bei der Bundestagswahl blieb Ludwig
Ehrhard Kanzler, auch wenn es zur absoluten Mehrheit nicht mehr
reichte. CDU/CSU erhielten 47,6% (245 Mandate), die SPD 39,3% (202),
und die FDP 9,5% (49). Es gab eine Koalition mit der FDP.
In der DDR wurde das Familienrecht
reformiert mit dem Ziel, die Erziehung des Nachwuchses nach dem
Vorbild des "Marxismus-Leninismus" zu organisieren.
1965 war auch das Jahr der
Abstürze:
Insgesamt 26 Starfighter der
Bundesluftwaffe stürzten bei Trainingsflügen ab.
Die Hallstein-Doktrin, nach der
diplomatische Beziehungen dritter Länder zur DDR in der politischen
Praxis bisher zum Abbruch der diplomatischen Beziehungen durch die
BRD geführt hatten, brach in sich zusammen, weil immer mehr Länder
die DDR anerkannten.
In Algerien wurde der berüchtigte
Ahmad Ben Bella vom Militär gestürzt.
Auch sonst war es außenpolitisch
unruhig:
Zwischen Indien und Pakistan
brachen erneut Feindseligkeiten wegen Grenzstreitigkeiten in
Kaschmir aus.
Die USA besetzten zwei Monate lang
die Dominikanischen Republik, ohne die bürgerkriegsähnlichen
Unruhen wirklich zu beenden.
Südrhodesien erklärte mit (dem
weißen) Premier Ian Smith einseitig die Unabhängigkeit von
Großbritannien und verfolgte danach eine Politik der Apartheid.
Ferdinand Marcos wurde Präsident
der Philippinen.
Bereits Anfang des Jahres hatten
sich die Militäraktionen in Vietnam sich ausgeweitet. Die
Amerikaner gaben ihre bis dahin allein auf Südvietnam beschränkte
sogenannte "Beraterfunktion" auf und flogen schwere
Luftangriffe auch mit Napalmbomben auf Nordvietnam. Im Laufe des
Jahr wurden über 500.000 US-Soldaten nach Vietnam gebracht und
damit der Vietnamkrieg der USA "wirklich" begonnen.

Und was war noch 1965?
-
Es war die Zeit der
Italo-Western. Als erster lief "Für eine Hand voll
Dollar" mit Clint Eastwood in der Hauptrolle
-
Die Journalistin Ulrike Meinhof
wurde zu einer Geldstrafe von 600 DM verurteilt, weil sie den
CSU-Vorsitzenden Franz-Josef Strauß in der Hamburger
Zeitschrift "Konkret" als "infamsten deutschen
Politiker" bezeichnet hatte.
-
Albert Schweitzer, deutscher
Arzt, Missionar und Friedensnobelpreisträger, starb in diesem
Jahr
-
Die Programmiersprache BASIC (Beginners
All-Purpose Symbolic Instruction Code) wurde erfunden.
-
Die Rolling Stones standen im
Herbst mit "I Can't Get No Satisfaction" für 6 Wochen
an der Spitze der deutschen Hitparade. Abgelöst wurden sie
schließlich von Drafi Deutschers "Marmor, Stein und Eisen
bricht", das bis Weihnachten aus allen Lautsprechern der
Republik dudelte.
-
Der Archäologe Alfred Rust
wird zum Ahrensburger Ehrenbürger
-
Friedensnobelpreis -
Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UNICEF)
Ehrung für 25 Jahre Parteizugehörigkeit:
Thomas Hansen-Siedler, Herbert Janssen, Rolf Schulte
Auch 1980 gab es eine
Bundestagswahl, bei der die CDU mit dem Kanzlerkandidaten
Franz-Josef Strauß gegen die SPD mit Helmut Schmidt verlor (,der
ja, wie wir seit kurzem wissen, der beliebteste Nachkriegspolitiker
in Deutschland ist).
Die Grünen, die sich Anfang des
Jahres auf ihrem Kongreß in Karlsruhe als Bundespartei konstituiert
hatten, spielten bei dieser Wahl noch keine Rolle.
Sie hatten im Frühjahr mit den
Schlagworten "ökologisch, basisdemokratisch, sozial,
gewaltfrei" die Grundzüge ihrer Politik festgelegt. Mitglied
des ersten Führungstrios war übrigens Petra Kelly.
Noch hielt die sozial-liberale
Koalition. In der SPD rumorte es seit einigen Jahren wegen Schmidts
Kernenergiepolitik und spätestens seit 1979 auch wegen des
NATO-Doppelbeschlusses und der weiteren Stationierung von
Mittelstreckenraketen. Im Ortsverein wurde intensiv und konstruktiv
diskutiert. Gemeinsam mit weiteren Stormarner Ortsvereinen
bereiteten wir Bundesparteitagsbeschlüsse gegen den
NATO-Doppelbeschluss vor.

Einige von Euch erinnern sich
bestimmt noch an unsere Info-Stände auf dem Markt, bei denen wir
mit vielen Bürgerinnen und Bürger vor selbst hergestellten
Plakaten heftig über den NATO-Doppelbeschluss und die Nachrüstung
diskutierten. Dirk Burmeister stellte mit seiner Siebdruckmaschine
Plakate her, die dann auf Wäscheleinen zum Trocknen aufgehängt
waren. Eines dieser Plakate zeigt Franz-Josef Strauß als Schnecke,
die eine klebrig-giftige Schleimspur hinter sich ließ.
Verteidigungsminister Hans Apel
versetzte Generalmajor Gert Bastian übrigens in die unbedeutende
Etappe, weil auch dieser sich gegen den Nato-Doppelbeschluss
ausgesprochen und eine aktive Abrüstungspolitik verlangt hatte.
Als im Mai 1980 rund 5.000
Atomkraftgegner das Gelände der Tiefbohrstelle 3 des geplanten
atomaren Zwischenlagers bei Gorleben besetzten, waren auch einige
Sozialdemokraten dabei.
Ein Runddorf wurde gebaut und die
Freie Republik Wendland ausgerufen, die aber durch Räumung des
Dorfes schon Anfang Juni von der aus dem gesamten Bundesgebiet
angereisten Polizei und dem Bundesgrenzschutz wieder aufgelöst
wurde.
Im August des Jahres machten
Unruhen und Streiks auf Polen aufmerksam. Am 14. August begann ein
Streik auf der Danziger Lenin-Werft, der sich auf ganz Polen
ausweitete. Die Forderungen: Mehr Freiheit und bessere
Lebensqualität
Am 17. September wurde dann in
Danzig die Gewerkschaft Solidarnosc gegründet, die sicherlich auch
ihren Anteil an der weiteren Entwicklung in Osteuropa bis zum Fall
der Mauer hat.
In der Sowjetunion wurde
gleichzeitig der Druck auf Dissidenten erhöht. Der Regimekritiker
Andrej Sacharow wurde in Moskau verhaftet und mit seiner Frau Jelena
Bonner in ein Sperrgebiet bei Gorki gebracht.
Wegen der Intervention in
Afghanistan hatte Bundeskanzler Helmut Schmidt ein Treffen mit dem
Staats- und Parteichef der DDR, Erich Honecker, abgesagt, im Sommer
aber waren Bundeskanzler Helmut Schmidt und Außenminister
Hans-Dietrich Genscher zu Gesprächen nach Moskau gereist und
konnten dort erreichen, dass die sowjetische Führung sich bereit
erklärte, über die vom NATO-Doppelbeschluß betroffenen
Mittelstreckenwaffen mit den USA zu verhandeln.
Im Herbst 1980 erhöhte die DDR den
sogenannten Zwangsumtausch für Besucher aus dem Westen auf 25 DM
pro Tag.
Im Herbst 1980 brach auch der erste
Golfkrieg aus. Nachdem der Irak das mit dem Iran geschlossene
Abkommen über den Grenzverlauf zwischen beiden Staaten
aufgekündigt hatte, erfolgten Fliegerangriffe auf iranische
Ölzentren, und schließlich fiel die irakische Armee im Iran ein.
Der seit langem schwelende Grenzkonflikt wurde zum offenen Krieg,
der bis 1988 andauerte.
Der Rechtsextremismus machte auch
1980 durch Anschläge auf sich aufmerksam:
-
Ein Bombenanschlag eines
Rechtsextremisten während des Oktoberfestes in München
forderte in dichtgedrängter Menge 11 Tote und über 200
Verletzte.
-
Es wurden verschiedene
Anschläge auf bundesdeutsche Wohnheime für Ausländer verübt.
-
Bundesinnenminister Gerhart
Baum verbot die rechtsextreme "Wehrsportgruppe
Hoffmann".
-
Bei einem Bombenanschlag
rechtsradikaler italienischer Extremisten im Wartesaal des
Hauptbahnhofs von Bologna starben über 80 Menschen, und mehr
als 220 wurden verletzt.
Es gab schwere Rassenunruhen in
Miami (Florida, USA), als 4 weiße Polizisten, die einen Farbigen zu
Tode geprügelt hatten, freigesprochen wurden.
Auch in Südafrika eskalierte die
Lage bei schweren Auseinandersetzungen.
Was war noch 1980?
-
Auf der Homepage des
Amtsgericht Ahrensburg ist für den 01.03.1980 folgendes
verzeichnet:
-
In den frühen
Morgenstunden dringen mehrere Täter, darunter zwei durch
das Amtsgericht Ahrensburg Verurteilte, in das
Gerichtsgebäude ein. Auf der erfolglosen Suche nach einer
einen der Täter betreffenden Strafakte verwüsten sie
zunächst dass Direktorenzimmer und verschütten dann
flüssigen Bohnerwachs in der Wachtmeisterei und im rechten
Gebäudeflügel und setzen es in Brand. Anwohner alarmieren
die Feuerwehr, die nach einer Viertelstunde eintrifft und
mit den Löscharbeiten beginnt. Nach etwa anderthalb Stunden
ist das Feuer gelöscht. Ein Sitzungssaal sowie das Archiv
für die Grundbuchakten sind dem Feuer zum Opfer gefallen.
Einige wichtige Grundbücher sind noch während der
Löscharbeiten durch die Feuerwehr gerettet worden.
-
In der Bundesrepublik
Deutschland wurde die Mitteleuropäische Sommerzeit eingeführt.
-
Ernö Rubiks
"Zauberwürfel" begann seinen Siegeszug in deutschen
Spielzeugläden.
-
Die US Firma General Electric
gewann einen Prozeß um die Patentierbarkeit einer gentechnisch
für die Ölreinigung geklonten Mikrobe.
-
Am 08. Dezember wurde John
Lennon in New York auf offener Straße erschossen.
-
Auch Jean-Paul Sartre, Josip
Broz Tito, Henry Miller und Ernst Busch starben in diesem Jahr.
-
Die Popgruppe Pink Floyd stand
mit "Another Brick In The Wall" mehrere Wochen an der
Spitze der Hitparade. Noch länger hielt sich allerdings Mike
Krüger mit dem Lied "Der Nippel"
-
In den USA wurde Ronald Reagan
zum neuen amerikanischen Präsidenten gewählt und löste damit
den Demokraten Jimmy Carter ab.

So, das war unser Rückblick in die
Ereignisse der Jahre, in denen unsere JubilarInnen in die SPD
eintraten.
Wie immer wird auch der heutige
Text zu den Ehrungen auf unserer Homepage zu finden sein. Dort sind
dann auch die Passagen nachzulesen, die ich jetzt ausgelassen habe,
weil die zu Ehrenden mit dem Eintrittsjahr 1945 und 1955 nicht
anwesend sind.
Ich danke fürs Zuhören.
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