Kulturpreis – für Künstler*in oder Verein?

5.000 Euro für Kultur. So hoch ist das Preisgeld des Stormarner Kulturpreises. Wer soll ihn erhalten dürfen? Sigrid Kuhlwein hat da eine klare Meinung. Sie ist SPD-Kreistagsabgeordnete und -kandidatin für Ammersbek sowie Vorsitzende des Schul-, Kultur- und Sportausschusses.

Seit 2012 schreibt der Kreis Stormarn alle zwei Jahre einen Kulturpreis und im Wechsel einen Jugendkulturpreis aus. Mit ihnen sollen Einzelpersonen, Gruppen oder Institutionen aus Stormarn vorgestellt und gewürdigt werden. Gleichzeitig soll Mut für weitere künstlerische Auseinandersetzung in der Region gemacht werden. Der Kulturpreis ist mit 5000 Euro dotiert. Der Jugendkulturpreis fördert künstlerische Ideen Jugendlicher mit 1500 Euro und unterstützt so die Arbeit des Kreisjugendrin-ges mit seinen vielfältigen Kreativwettbewerben.

Thema und Genre für den Preis legt der Kulturausschuss des Kreises Stormarn zu Beginn des Jahres fest. Die Nominierungen der eingereichten Arbeiten trifft eine Jury, die aus Fachleuten und aus je einen Vertreter der Kreistagsfraktionen
Zur Verleihung des diesjährigen Kulturpreises hat sich die Mehrheit des Kulturaus-schusses für die Überarbeitung der Wettbewerbsrichtlinien durch die Kulturabtei-lung entschieden. Zur Diskussion steht, vor allem Kunstvereine oder Kulturkreise eine Art Anerkennungspreis für ihre Arbeit zukommen zu lassen.

Ich bin dafür, dass es bei den bisherigen Kriterien bleibt: Auch freischaffende Künst-ler, sollen sich an der Ausschreibung beteiligen können. Sie sollen eine Chance haben, sich und ihre Kunst vorzustellen. Dabei denke ich vor allem an die bilden-den Künste, die es immer schwerer haben, anerkannt zu werden. Es gibt inzwi-schen in Stormarn viele aktive Organisationen, die attraktive Kulturveranstaltungen organisieren. Aber brauchen sie einen Preis, um anerkannt zu werden? In der Re-gel sind es die Mitglieder und die Besucher, die durch ihre Teilnahme an Konzert, Theater, Kabarett oder Lesung signalisieren, ob sie das Angebot gut finden oder nicht. Ein bildender Künstler dagegen hat es schwer, sich bekannt zu machen. 5.000 Euro Preisgeld sind nur ein kleiner Betrag, die Wirkung in der Öffentlichkeit durch die öffentliche Preisverleihung mit Berichten in Print- und Onlinemedien aber sind nicht zu unterschätzen.

Ob es bei der bisherigen Praxis bleibt, wird leider erst nach der Kommunalwahl auf der Tagesordnung des Kreistages stehen.