OLOF PALME

Olof Palme ist durch das Attentat am 28.02.1986 nicht nur aus seinem Leben, sondern auch mitten aus seiner politischen Arbeit gerissen worden. Er hinterließ keine Memoiren und kaum systematische Schriften. Dennoch bleibt sein Lebenswerk bis heute unvergessen: So erneuerte und festigte der schwedische Sozialdemokrat das Modell des Dritten Weges in seinem Heimatland, wo der soziale Frieden gewahrt und die Arbeitslosigkeit im Hinblick auf andere Industriestaaten vergleichsweise niedrig ist.

Darüber hinaus war Palme weltpolitisch sehr aktiv, unter anderem als Mitglied der „Nord- Süd-Kommission“ seines Freundes Willy Brandt, als Vorsitzender der „Palme- Kommission“, die der UNO Abrüstungsvorschläge gemacht hat und darüber hinaus als einer der vier Organisatoren der „Vier- Kontinente- Initiative“, welche im Dezember 1985 einen Aufruf zum Stopp des Rüstungswettlaufes vorstellte. Für Verfolgte in Südafrika, Afghanistan und die Opfer vieler Diktaturen in der Dritten Welt, war Olof Palme mehr als nur ein Symbol für Solidarität.

Palme prägte das Bild Schwedens in einer Zeit, in der es sich zu einem weltweiten Verbündeten der Gefolterten und Erniedrigten entwickelte. Palme, ein großer Freund amerikanischer Freiheitsideale, nahm beispielsweise 1968 nach den US-Bomben auf Hanoi an einer Demonstration gegen den Vietnamkrieg teil und sagte in einer Rundfunkansprache vier Jahre später:

„Hier wird eine Nation gequält, um sie zur Unterwerfung zu zwingen. Die Bombardierungen sind ein Verbrechen, und von denen gab es in der modernen Geschichte viele.“

Der am 30. Januar 1927 in Stockholm geborene Sven Olof Palme kam aus einer bürgerlichen und konservativen Familie. Als Kind kränkelte er, so dass er bis zu seiner Aufnahme an einem der wenigen schwedischen Internate privat unterrichtet wurde. Im Alter von 17 Jahren begann er mit seinem Studium der Rechtswissenschaften und der Politikwissenschaft in den USA.

Während seiner Studienjahre in Stockholm trat er dem sozialdemokratischen Studentenverein bei und war 1952 bis 1953 Vorsitzender der Schwedischen Hochschülerschaft in Stockholm, in dieser Zeit trat er den schwedischen Jungsozialisten bei. 1953 wurde Palme zum Sekretär des Premierministers Tage Erlander. Es dauerte nicht lange, bis sich eine enge Zusammenarbeit zwischen Erlander und dem 25 Jahre jüngeren Palme entwickelt hatte. 1958 wurde Palme Reichstagsabgeordneter, 1963-65 Minister für besondere Aufgaben, 1965-67 Minister für Verkehr, 1967-69 Minister für Erziehung und Kultur.

Im Jahre 1969 wurde Olof Palme zum Ministerpräsidenten gewählt und behielt das Amt bis zu den Wahlen 1976 inne. 1982 wurde er wieder Regierungschef einer Minderheitsregierung und war Ministerpräsident Schwedens bis zum tödlichen Attentat am 28.2.1986

In seiner Gedenkrede am 15. März 1986 sagte Willy Brandt, dass die Gemeinschaft der demokratischen Sozialisten und Sozialistinnen einen guten Freund verloren habe, einen nimmermüden und höchst anregenden politischen Menschen, einen überragenden Genossen im Kampf um die Sicherung des Friedens, die Erweiterung der Möglichkeiten, unter denen die sozialen und individuellen Menschenrechte gedeihen können und um die Gewährung von mehr Gerechtigkeit, auch für jene Millionen Mitmenschen, die nicht genug zu essen haben in einer Welt, die alle ernähren könnte, wenn sie besser organisiert wäre.
Olof Palme, ein Mensch, der für Solidarität, Gewaltverzicht, Versöhnung und vieles mehr stand, hinterließ, wie Willy Brandt schon bemerkte, ein wichtiges Erbe für die gesamte Menschheit.

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