Debatte um Straßennamen und Kolonialismus in Ahrensburg – Zustimmung aus der Landespolitik

Foto (privat): Tobias von Pein im Plenarsaal des Landtages
Foto (privat): Tobias von Pein im Plenarsaal des Landtages

„Selbstverständlich können wir historische Persönlichkeiten aus einer heutigen Perspektive betrachten und bewerten. Wir müssen dies sogar, denn ich laufe ja heute durch die Straße und nicht vor 50 Jahren“, findet der SPD-Landtagsabgeordnete Tobias von Pein aus Stomarn. Deshalb freut ihn auch der Beschluss im Bildungs- und Kulturausschuss in Ahrensburg. Dieser sieht vor, eine Kommission einzusetzen, die nach historischen Persönlichkeiten benannte Orte überprüfen soll.

Seiner Meinung nach ist es nicht zeitgemäß, Straßen oder andere Orte nach „Kolonialherren, preußischen Demokratieverächtern oder NS-Personal“ zu benennen. Deshalb betrachtet von Pein das Engagement in Ahrensburg als „mutigen Schritt in die richtige Richtung“. Für ihn sind Straßennamen „immer eine Art Ehrung“. „Dabei spielt es für mein Verständnis auch nur bedingt oder keine Rolle, was der Grund für die Benennung war. Eine Straße nach jemandem zu benennen, verstehen die meisten als Ehrung. Schimmelmann oder Rust haben sich aus heutiger Sicht aber alles andere als ehrenhaft verhalten“, so von Pein.

Die Aufarbeitung des kolonialen Erbes, namentlich Heinrich Carl von Schimmelmann in Ahrensburg, sieht von Pein dabei als Teil der Diskussion um heutigen Rassismus. „Der zeitgenössische Rassismus hat eine seiner Wurzeln im kolonialen Denken europäischer Eroberer und Gelehrter. Daher ist die Debatte um entsprechende Personen selbst, wenn sie denn gut geführt wird, ein wichtiger Teil der Aufarbeitung. An deren Ende stehen hoffentlich ein kritisches Bewusstsein und erhöhte Sensibilität für das Thema“, so der Sprecher gegen Rechtsextremismus und für Demokratie der SPD-Landtagsfraktion.