Kinderarmut in Stormarn…. Warum ?

Frank Lauterbach ( SPD Fraktion, Vorsitzender des Jugendhilfeausschuss )

 

Der Kreis Stormarn ist einer der reichsten Kreise im Land. Dennoch beschämt uns der Kinderschutzbund jährlich mit seinem „Armutsbericht“. Besonders in den größeren Städten klafft die Schere zwischen arm und reich immer weiter auseinander. Hier schicke neue Wohnungen zum Kauf oder zur Miete, mit Durchschnittmieten von 1.200,- Euro (!), dort verzweifelte Familien, die ihre Mieten nicht mehr bezahlen können, weil die Wohnungen aus der Sozialbindung fallen. Folge, sparen, wo es nur geht. Wer merkt es zuerst? Die Kinder. Klassenfahrt, zu teuer. Vernünftige Kleidung, Unerschwinglich. Kino oder Sportverein gestrichen, weil trotz des gut gemeinten, aber schlecht gemachten Bildungs- und Teilhabepaketes den Kindern eine Teilhabe am gesellschaftlichen Leben nicht möglich ist. Die SPD Kreistagsfraktion drängt nicht erst seit gestern auf eine bessere Unterstützung von Seiten des Bundes und des Landes. Aber auch der Kreis und die Kommunen sind in der Verantwortung. Wir haben eine vernünftige Sozialstaffel und unterstützen mit vielfältigen sog. freiwilligen Leistungen. Dennoch ist es erschreckend, wenn ich höre, dass immer noch nicht jedes Kind selbstverständlich eine tägliche warme Mahlzeit bekommt, weil Eltern das Essen in der Kita oder Mensa nicht bezahlen können und deshalb ihr Kind abmelden. Hier sind wir alle, Kreis und Kommunen gefordert, nach schnellen, unbürokratischen Lösungen zu suchen. Die Idee einer Chipkarte zur leichteren Bearbeitung von Ansprüchen aus dem BuT liegt derzeit auf Eis. Zu kompliziert? Ein neuer, hoffentlich erfolgreicher Ansatz ist die Idee unseres Kinderbeauftragten, eine fraktionsübergreifende, kleine aber effiziente Arbeitsgruppe zum Thema Kinderchancen zu gründen. Die SPD ist dabei. Ziel ist es, bis Ende 2018 dem Jugendhilfeausschuss erste Ergebnisse vorzulegen, die schnell umgesetzt werden können. Auch die Vernetzung mit den betroffenen Kommunen wird ein wichtiger Aspekt sein. So arbeitet die Stadt Glinde z.B. auch in einer AG aus Politik und sozialen Trägern an dem Thema. Erste Ergebnisse liegen vor und werden in die Beratungen einfließen.

Ich wünsche mir, dass „Bildung und Teilhabe“ nicht nur theoretische Begriffe sind, sondern selbstverständliche Praxis werden. Unsere Kinder haben es verdient.