Olof-Palme-Friedenspreis 2020: Mahnung, Erinnerung und Aufbruch

Die Preisträgerinnen und Preisträger mit Mitgliedern des Kuratoriums, Kreisvorsitzender Tobias von Pein (links) und Mats Hellström (vorne Mitte im Rollstuhl).
Die Preisträgerinnen und Preisträger mit Mitgliedern des Kuratoriums, Kreisvorsitzender Tobias von Pein (links) und Mats Hellström (vorne Mitte im Rollstuhl).

Anlässlich des 34. Todestages des ehemaligen schwedischen Ministerpräsidenten Olof Palme, verlieh die SPD Stormarn den seit 1987 gleichnamigen Preis am 28. Februar 2020. Der mit 2.000 Euro dotierte Olof-Palme-Friedenspreis ehrt Vereine, Verbände und Menschen aus Stormarn, die sich besonders für ein friedliches Miteinander und ein menschenwürdiges Dasein für alle engagieren. 150 Gäste konnte der SPD-Kreisvorsitzende und Landtagsabgeordnete Tobias von Pein zur Preisverleihung im Reinbeker Schloss empfangen. Dieses Jahr teilen sich zu gleichen Anteilen die Initiativen rund um den Interkulturellen Herbst aus Ahrensburg und die Schülerforschungsgruppe zur Geschichte der jüdischen Familie Lehmann aus Ahrensburg von der Ahrensburger Gemeinschaftsschule am Heimgarten.

Festredner Mats Hellström

Als Festredner war Mats Hellström eingeladen. Der 78-jährige Schwede war nicht nur 27 Jahre Abgeordneter im Schwedischen Reichstag, sondern auch stellvertretender Außen,- Außenhandels- und Minister für Landwirtschaft sowie Nordische Zusammenarbeit. Dabei arbeitete er im Kabinett von Olof Palme von 1983 bis 1986 und war später von 1996 bis 2001 schwedischer Botschafter in Berlin. In seiner Rede hob er hervor, wie wertvoll und schützenswert die freie Demokratie sei. Dabei ging er auch auf die Bedeutung des aktuellen politischen Engagements vieler junger Menschen ein, die stärkere Klimaschutzmaßnahmen fordern. Ob hierbei oder aktuellen handelspolitischen Konflikten betonte Hellström immer wieder, was für eine entscheidende Rolle die Europäische Union hier zukomme. Sie müsse diese Rolle wahrnehmen und gemeinsam sowie geschlossen auftreten. Einen großen Teil seiner Rede widmete der ehemalige Minister der Gefahr durch rechtsextremistische Gewalttaten, wie zuletzt in Hanau geschehen: „Erst die Gedanken und Worte bereiten den Tätern den Weg zu ihren Taten.“ Er sei froh über den Widerstand, der sich in der Gesellschaft regte, der aber auch noch breiter und deutlicher werden müsse.
Die Laudatio (bitte hier klicken zum Herunterladen) hielt die Pastorin und das Kuratoriumsmitglied Margit Baumgarten. Sie bedankte sich bei allen Nominierten für ihr Engagement. Der Interkulturelle Herbst aus Ahrensburg umfasse mit sieben verschiedene Initiativen, die geeint in ihrem Bestreben sind, verschiedene Kulturkreise näher zusammen zu bringen. „Doch statt gegeneinander zu arbeiten und zu konkurrieren, schließen sie sich zusammen, bündeln ihre Kräfte in gemeinsamen Aktionen und arbeiten somit noch mehr für einen starken gesellschaftlichen Zusammenhalt“, so Baumgarten. An die Mitglieder der Forschungsgruppe von der Gemeinschaftsschule am Heimgarten im Ahrensburg richtete Baumgarten die Worte: „Bleiben Sie dran. Unsere Gesellschaft braucht ihr Engagement, welches an die Gräueltaten des NS-Regimes erinnert und mahnt. Rassismus und Rechtsextremismus darf nie wieder von der schweigenden Mehrheit hingenommen werden.“ Nominiert war auch der Reinbeker Gerd Prüfer für sein Engagement in Litauen. Dort unterstützt er bedürftige Menschen mit Hilfstransporten, Spendentransporten sowie Aktivitäten vor Ort.
Wie in den Vorjahren entschied auch in diesem Jahr das „Olof-Palme-Kuratorium“ über die Vergabe des Preises. Vorsitzende des Kuratoriums ist Birgit Kassovic, die mit der Walter-Jacobsen-Gesellschaft zusammen mit den Stormarner SPD-Bundes- und Landtagsabgeordneten sowie der SPD Reinbek in jedem Jahr das Preisgeld stiftet.