Schülerbeförderung neu regeln oder dritte Berufsschule?

Sigrid Kuhlwein, Mitglied im Schul-, Kultur- und Sportausschuss

Ende der 1970er wurden die vielen kleinen Dorfschulen in der ländlichen Region Schleswig-Holsteins  geschlossen,  auch in Stormarn. Eltern wurde zugesichert, dass die Schülerbeförderung zu den weiter entfernt liegenden größeren Schulen vom Land getragen wird. Diese Zusage wurde Anfang der 1980er relativiert. Offensichtlich wegen der steigenden Kosten. Im Schulgesetz wurde festgelegt, wem eine kostenlose Fahrkarte zusteht. Und weil die ab 16-jährigen ohnehin auf weiterführende Schulen oder Berufsschulen in die nächstgrößere Stadt fahren mussten, wurde diese Gruppe eben von der kostenlosen Fahrt ausgenommen. Geregelt wurde, und das gilt bis heute, dass Schulträger, Gemeinden und Kreise die Kosten zu tragen haben. Die Kreise zu 2/3 und wenn sie Schulträger sind 3/3. In einer Satzung wird festgelegt, wem die kostenlose Fahrkarte zur nächstgelegenen Schule zusteht. Da Stormarn fast vollständig dem Tarifgebiet des HVV angehört, haben alle anderen Schüler die Möglichkeit, eine kostengünstige HVV-Schülerfahrkarte zu lösen. Aktuell wird im Landtag über eine Schulgesetz-Änderung beraten mit dem Ziel, für Schüler der weiterführenden und der Beruflichen Schulen eine Lösung zu finden. Wir von der SPD unterstützen diese Initiative. Wir wollen, dass auch sie eine kostenlose Fahrkarte erhalten. Für Stormarn ergibt sich das Problem, dass Schüler aus dem Südstormarner Raum, die die Beruflichen Schulen in Ahrensburg oder Bad Oldesloe besuchen wollen, auf den PKW angewiesen sind. Angesichts der Verkehrsbelastung auf den Hauptachsen gibt es unterschiedliche Lösungen: Entweder in Südstormarn wird eine dritte Berufsschule errichtet oder die vor einigen Jahren eingestellte Buslinie von Reinbek über Ahrensburg nach Bad Oldesloe wird wieder aufgenommen.